German Freestyle Battles 3.0

Am 18. September war es endlich so weit. Die deutsche Freestyle-Szene konnte nach dreiwöchiger Wartezeit gleichzeitig das Finale der diesjährigen Freestyle Battles und den Start in die DWC Freestyle Saison 2010/2011 feiern.
Der Wulfener Hals auf Fehmarn sollte der Austragungsort sein. Die beste Stelle für den Wettbewerb am Burger Binnensee wurde ermittelt und eine halbe Stunde später blies Headjudge Matthias Genkel, der verletzungsbedingt selber nicht teilnehmen konnte, das Startsignal zum ersten Heat.

Favoriten auf den Titel waren Fabi Weber und Adrian Beholz, die sich parallel Heat für Heat ins Halbfinale vorarbeiteten. Überraschend trafen sie dort auf den sonst durch seine guten Leistungen im Slalom bekannten Dennis Müller und den erst 17-jährigen Robin Zadrazil.

Hierbei wurde vor allem der Heat zwischen Dennis Müller und Adrian Beholz spannend. Adrian setzte bei zunehmendem Wind viele Standardmanöver ins Wasser, während Dennis Müller ein sicheres Programm an Sliding Moves in beide Richtungen zeigte. Am Ende konnte Adrian die Judges jedoch mit einigen Power Moves überzeugen und stieg zu Fabi Weber ins Finale auf.
Fabi konnte sich zuvor mit einem routinierten Programm, geschmückt mit einigen komplexen Double Moves, gegen Robin Zadrazil durchsetzen. Robin zeigte zwar nach wie vor hohes Niveau, musste aber am Ende einsehen, dass ein Heat gegen Fabi Weber nicht der richtige Zeitpunkt ist, um einen Kono zu lernen.

Darauf angesprochen meinte Robin: "Ich bin so froh hier im Halbfinale zu sein, außerdem war ich heute so nah wie noch nie am Kono. Der Move macht einfach so Spaß, ich kann es nicht lassen".

Im kleinen Finale zwischen Dennis Müller und Robin setzte sich dann Dennis durch, auch weil Robin immer noch begeistert an seinen Konos bastelte.

Adrian vom Bodensee und Fabi aus Bayern zeigten sich schon vor dem Finale glücklich, dass der Sieg in den Süden geht und fuhren beide einen tollen Heat. Denkbar knapp war dann auch die Entscheidung, nach langen Debatten entschieden sich die Judges mit einer haarscharfen 3:2 Entscheidung für Adrian Beholz.
German Freestyle Battles 3.0
Kaum waren die Sieger der ersten Runde genanntwurde auch schon die Double Elimination gestartet. Auffällig surften hierbei vor allem 'Underdog' Steffan Horrer und der Kieler Malte Hecht. Heat für Heat kämpften sie sich mit tollen Sliding- und Power-Moves voran, bis Steffan auf Platz 6 liegend von Malte gestoppt wurde.

Doch auch Malte wurden langsam die Arme lang, so dass er dem ausgeruht wartenden Robin nicht mehr genug entgegen setzen konnte. So war auch der zweite Aufsteiger der Verliererrunde gestoppt und fand sich mit seinem Ergebnis zufrieden auf Platz 5 wieder.
Das Robin Surfen kann, zeigte er nun nochmals gegen Dennis Müller. Das Kono Training in der Contestarea hatte er abgebrochen und drehte nun voll auf. Erst Fabi Weber konnte ihn auf Platz drei stoppen, um dann selbst nochmals gegen den Gewinner der Single, Adrian Beholz, anzutreten.

Dieser nutzte die letzten 10 Minuten vor dem Heat, um sich bei immer stärkerem Wind einzufahren und setzte Air Funnel into Funnel, Skopu und Burner direkt vor die Augen der Zuschauer. Wollte er Fabi damit nur etwas nervös machen?
German Freestyle Battles 3.0
Fabi jedenfalls ließ sich davon nicht beeindrucken, eröffnete den Heat mit einem perfekten Double Spock und zeigte dann mit unglaublicher Präzision einen sauberen Move nach dem anderen. Adrian konterte mit Power Style und zeigte unter Anderem einen hohen Burner und einen Ponch 720.

Dieses Mal fiel auch die Entscheidung der Judges etwas klarer aus und Adrian Beholz konnte die Double - und somit auch den Event - als Gewinner beenden.

Adrian Beholz: "Es ist einfach toll zu sehen wie viele junge Fahrer durch die Battles motiviert werden. Viele der Teilnehmer sind noch unter 20 und geben einfach Vollgas. Auch wenn es für viele unter ihnen noch nicht zu den vordersten Plätzen reicht, zeigen Jungs wie Valentin Böckler, David Osietzki oder Jannes Thomson echt hohes Niveau! Und sie sind die Zukunft des deutschen Freestyles!
Am Ende sollen die Battles genau das bleiben. Eine Plattform auf der die Freestyle-Szene Spaß am Wettbewerb hat und die Jungen von den Älteren lernen und motiviert werden."

Nach einer entspannten Abendsession auf dem Wasser ging es für die meisten Freestyler auch schon wieder nach Hause. Und die, die noch eine Nacht auf Fehmarn blieben, feierten ihren tollen Tag im Subito in Burg.

Ergebnis German Freestyle Battles 3.0
1. Adrian Beholz (F2/Hot)
2. Fabi Weber (Fanativ/North)
3. Robin Zadrazil (Jp/Neil Pryde)
4. Dennis Müller (F2/ Challenger)
5. Malte Hecht (Fanatic/ Ezzy)
6. Steffan Horrer (RRD/Neil Pryde)
German Freestyle Battles 3.0
Nun war aber der Event nicht nur das abschließende Battle für das Jahr 2010. Es war auch der Start in eine neue Ära das deutschen Freestyle Windsurfens.

Die Disziplin 'Freestyle/Wave' im DWC wurde aufgelöst. Im kommenden Jahr findet beim DWC wieder eine reine Wave-Wertung statt, die German Freestyle Battles erhalten den DWC Status und werden somit eine offiziell anerkannte Contest-Serie: Der Gewinner der nächsten Freestyle Battles Saison wird auch der offizielle Deutsche Freestyle Meister sein.

In 2010 fanden bereits drei German Freestyle Battles statt, in Großenbrode, am Saaler Bodden und zuletzt hier auf Fehmarn. Die Rangliste dieser Serie steht jetzt ebenfalls fest.

Gesamtergebnis GFB 2010
1. Adrian Beholz
2. Johannes Witte
3. Max Droege
4. Daniel Schenk
5. Tobias Schwarz

German Freestyle Battles 3.0