DWC Fehmarn

Es muss zu einem Ehekrach gekommen sein. Anders ist die Stimmung seit Monaten nicht zu verstehen. Ob es mit dem Surfen zusammenhängt? Oder lag es am Geld? Jedenfalls hat der griechische Windgott Aiolos offenbar Probleme mit seiner flotten Frau Eos. Nach dem Streit zeigt er sich extrem launisch. In Korea kaum Wind, an der Costa Brava, Kroatien und bei uns auch gab es bei Events nur wenige Windtage in den letzten Monaten. So zieht seine Laune auch uns runter. Dies hatte ganz konkret zur Folge, das viele Freizeitsurfer sich nicht auf den Weg nach Fehmarn zum DWC Long Distance Slalomrennen gemacht haben. Die Vorhersage war nicht sehr vielversprechend.

Mein Training lag nun auch schon einige Monate zurück und fand unter ganz anderen Bedingungen auf Teneriffa statt. Als Binnenseesurfer ist es nicht so einfach sich optimal vorzubereiten. Doch zusammen meinem Sohn Mario Kümpel und Wolf Behrend hatten wir uns im Fitnessstudio, auf dem Rennrad und mental soweit wie möglich vorbereitet.

Am Freitagabend wurden die Autos beladen und es ging in Richtung Fehmarn. Dort hatte es am Vormittag Aiolos noch gut gemeint und mit 30 Knoten einige der DWC Piloten zum Speedfahren animiert. Auf der Wiese des Camping Platzes Wulfen, lagen schon all die feinen Materialhaufen der DWC Cupper. Dies hat etwas von Maulwurfshügeln, doch hier dürfte der Inhalt weit wertvoller sein.

DWC Fehmarn
Bild oben: Siegerfaust von Nico Prien
Das Fahrerlager aus der Luft

Die Sonne lachte am Einschreibungssamstag. Es waren am Ende doch fast 70 Windsurfer die sich auf der langen Distanz messen wollten. Einige der Top DWC Fahrer waren nicht anwesend. Vincent Langer weilte in Kroatien und wurde erneut IFCA Weltmeister. Sebastian Kördel und Gunnar Asumssen fuhren an der Costa Brava beim PWA World Cup ihre Rennen. Die „Lücken“ ließen auf Fehmarn einige Fahrer auf ein Siegerpodest beim DWC hoffen.

Die DWC Crew hatte wieder alles perfekt organisiert und Hansano Milch hatte seine Kühe angezapft um die Surfer mit Milchprodukten zu versorgen. Doch Aiolos ließ sich weder durch Gebete noch durch Milch locken. Der Wind blieb am unteren Limit. An ein Slalomrennen war nicht zu denken. Gegen Nachmittag wurde daraufhin ein Formula Racing Kurs gelegt. Die großen Segel Und Bretter wurden startklar gemacht und warteten auf den Startschuss. Von unserer drei Binnenseegruppe hatte sich nur Mario für diese Disziplin eingeschrieben. Sein größtes Segel war mit 10qm jedoch deutlich zu klein. Nach dem Startschuss kam er und einige andere nicht ins Gleiten. Es war ein Rennen am absolut untersten Windlimit. Nicolas Prien aus Kiel machte das Beste aus den Bedingungen und wurde erster. Dann verabschiedete sich der Wind komplett und alle Hoffnung lag nun auf dem Sonntag.

DWC Fehmarn
Nico Prien mit großem Gerät

Irgendetwas mußte Ailos mit seiner Frau in der Nacht angestellt haben, denn am Sonntagmorgen blies es in Slalomstärke. Alle Maulwurfshügel wurden fleißig mit den gesamten Segelpaletten aufgestockt und gegen Mittag lag auch der Long Distance Kurs auf der Ostsee. Die meisten Fahrer hatten ihre größten Slalomsegel aufgebaut. Ich ging mit meinem Point 7 AC, 9,6 qm an der Start. Dieser wurde wie beim Defi Wind durch ein Motorboot durchgeführt. Mein Start war alles andere als gut. Ich hatte mich in der Distanz zur Startlinie verschätzt und lag im hinteren Feld, Mario und Wolf Behrend die anderen Binnenseesurfer waren vor mir. Von der ersten Halsentonne war beim Start nichts zu sehen. Der Kurs war angenehm lang und der Wind und die leichte Düngung waren optimal zum Surfen.

Leider hatten sich viele Surfer bei der ersten Halsentonne verschätzt, da im Fehmarnbelt eine doch starke Strömung herrscht und auch der Wind an der Tonne sich komplett verabschiedete. Das Rennen wurde jedoch nicht abgebrochen, so dass es etwas ein Lotteriespiel war, wer als erster eine Rettende Böe erwischte die ihm das Weitergleiten ermöglichte.
Nico Prien gewann vor Dennis Müller und Moritz Bochnia auch diese Disziplin.

DWC Fehmarn
Bester Rookie: Mario Kümpel

Leider frischte der Wind nicht mehr auf, so dass sich die Regattacrew für zwei weitere Formula Racing entschied. Mario kam mit den nun etwas windigeren Bedingungen immer besser zurecht. Am Ende platzierte er sich für uns sensationell als bester Rookie (Neueinsteiger) und Overall auf Platz 19. Auch Wolf Behrend kam zu seinen Medaillen und wurde dritter in der Disziplin Freeracer. Damit ist bewiesen, dass man auch als Binnenseesurfer bei DWC Rennen seine Chance haben kann.

Gesamtsieger wurde Nicolas Prien, GER 7 vor Jan-Moritz Bochnia, GER 9 und Leon Delle, GER 6. Beste Dame war Josephine Ramann, GER-858

In ein paar Wochen werden beim DWC Windsurfcup Kühlungsborn wieder an den Start gehen. Zum Long Distance Race auf Fehmarn werden wir mit Sicherheit wiederkommen, aber vorher werden wir dem Windgott Aiolos und seiner Frau auf jeden Fall mehr Opfer darbieten...

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Das windsurfspezifische Gegenstück zum Flux-Kompensator:
Der Erdnuss-Beschleuniger mit olfaktorischer Boost-Komponente
DWC Fehmarn
1-2-1-Ziel
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Der Nachwuchs wurde gebührend geehrt...
DWC Fehmarn
...und die Sieger um Nico Prien ebenso