Rio 2016

Die Goldjägervon Rio: Rijsselberghe & Picon siegen

Die Olympischen Spiele von Rio sind gigantisch. Rund 10.000 Sportlerinnen und Sportler kämpfen in 306 Wettbewerben bei 28 Sportarten. Alleine 85.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Die Veranstaltung kostet mindestens zehn Milliarden Euro.

Und bei diesem gigantischen Unterfangen dürfen auch die Windsurfer ihre Nationen vertreten.

Die 2004 von NeilPryde entwickelte RS:X Klasse stellt das Sportgerät. Dabei ist die 66 Zentimeter lange Finne ebenso vorgeschrieben wie das 9,5m² Einheitssegel. Die Frauen sind mit einem Quadratmeter weniger unterwegs. Das Material der Wettkämpfer unterscheidet sich nicht. Nur der Trim kann das Equipment an die unterschiedlichen Windbedingungen anpassen.

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Mateo Sanz Lanz (SUI)

Das macht den Menschen zum entscheidenden Faktor. Sowohl was das Können angeht, als auch bei der Physiognomie. Wer bei meist leichtem Wind mit einer einzigen Segelgröße unterwegs ist, möchte möglichst wenig Gewicht bei maximaler Kraft und Ausdauer und nicht zu kleiner Körpergröße mitbringen. Ein Antoine Albeau kann zwar bei 50 Knoten unfassbar viel Segel halten, aber für die RS:X Klasse dmüsste er erstmal kräftig abspecken, um seinen Körper dem Material und den Bedingungen anzupassen.

Der 33-jährige Toni Wilhelm hatte im Vorfeld für Deutschland wieder die Olympiaqualifikation geschafft und kam in Rio auf Rang 6. Nach seiner dritten Olympiade beendet er seine Karriere als Lesitungssportler. „Ich hänge brutal an diesem Sport. Der Segelsport hat mir so viel in meinem Leben gegeben. Er ist mein Leben, meine Passion, bedeutet mir alles, und ich werde ihm in anderen Rollen bis an mein Lebensende treu bleiben“, sagte Wilhelm dem Deutschen Segelverband.

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Insgesamt wurden in Rio bei den Männern und Frauen je 13 Rennen durchgeführt. Toni Wilhelm konnte eines gewinnen, absoluter Spitzenreiter war jedoch wieder Dorian van Rijsselberghe aus den Niederlanden. Er gewann 7 Rennen, sein Konkurrent Nick Dempsey aus England konnte 3 Rennen für sich entscheiden. So kam es erneut zum Ergebnis von London 2012. Gold für die Niederlande, Silber für die Briten.

Van Rijsselberghe freute sich darüber, dass die niederländische Königsfamilie seine Rennen vor Ort beobachtete. „Es ist wirklich schön, dass sie hergekommen sind, die Rennen beobachten und tatsächlich auch verstehen, was hier passiert. Sie sprechen über mich, sagen du hast diesen und jenes gemacht und wie es wohl gekommen ist, dass der Spanier überholen konnte. Es ist schön nicht nur Smalltalk zu machen, sondern eine echte Unterhaltung zu haben.“

Für den Niederländer stand sein Sieg schon vor dem abschließenden Medal-Race fest. Das große Jubeln gestattete er sich aber erst nach der letzten Zieldurchfahrt.

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Die Frauen sind mit grünen Segeln unterwegs

Bei den Frauen blieb es bis zum Schluß spannend. Am Ende war es die 31-jährige Französin Charline Picon, die das Gold holte. Sie war schon in London 2012 dabei, wo sie 8. wurde, dann schaffte sie 2014 den WM Titel in der RS:X Klasse. „Nach London waren es vier Jahre Vorbereitung und wir kämpften um nur drei Medaillen. Hier wusste ich, dass es mein Moment werden könnte.“

Die sechs Windsurfer bekamen ihre Medaillen von der mehrfachen Olympiasiegerin im Windsurfen, Barbara Kendall und dem World Sailing Vizepräsident Nazli Imre überreicht.

Rio 2016
Dorian van Rijsselberghe (NED) und Nick Dempsey (GBR) freue sich

Ergebnis - Rio 2016 - Männer
1. Dorian van Rijsselberghe - NED
2. Nick Dempsey - GBR
3. Pierre Le Coq - FRA
4. Piotr Myszka - POL
5. Vyron Kokkalanis - GRE
6. Toni Wilhelm - GER
7. Ricardo Santos - BRA
8. Chun Leung Michael Cheng - HKG
9. Ivan Pastor Lafuente - ESP
10. Mattia Camboni - ITA

Ergebnis - Rio 2016 - Frauen
1. Charline Picon - FRA
2. Peina Chen - CHN
3. Stefaniya Elfutina - RUS
4. Lilian de Geus - NED
5. Marina Alabau Neira - ESP
6. Flavia Tartaglini - ITA
7. Maayan Davidovich - ISR
8. Patricia Freitas - BRA
9. Bryony Shaw - GBR
10. Tuuli Petaja Siren - FIN


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Dorian van Rijsselberghe
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Ein Freudensprung
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Peina Chen, Charline Picon, Stefaniya Elfutina
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Toni Wilhelm
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Nick Dempsey, Dorian van Rijsselberghe, Pierre Le Coq
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Pierre Le Coq freut sich
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Dorian van Rijsselberghe