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Portrait: Andrea Hausberg
Angefangen hat alles mit einem Surfkurs an einer Surfschule am Großen Meer in Ostfriesland. Die spektakulären Moves vom Deutschen Meister Bernd Flessner und die Norderneyer Surf-Clique ständig vor Augen, bekniete ich meine Eltern mir einen Kurs zu finanzieren. Seitdem habe ich jede freie Minute auf dem Wasser verbracht.

Frei nach der Devise „Nass wird man ja sowieso“ und „immer noch besser als in der Stube zu hocken“ ging es bei jedem Mistwetter raus. Im Dezember, 6 Grad Kälte, Schnee und Hagel? Keine Frage, da muss man sich halt was einfallen lassen!

Ebenso eifrig verfolgte ich die Berichterstattung über die Windsurfing Worldtour.

Besonders begeistert haben mich damals hauptsächlich Robby Naish, Nik Baker und natürlich Jutta Müller. Naiv und ehrgeizig wie ich war, stand von diesem Zeitpunkt an für mich fest: Ich möchte später Profi-Surferin im Weltcup werden.

Zwei Jahre später nahm ich an einer Talentauswahl der deutschen Surf-Akademie teil und wurde aus 240 Bewerbern für das "Old-Spice-Team" ausgewählt. Ich nahm daraufhin als eine der jüngsten Teilnehmerinnen an Regatten der Formel25 und des Deutschen Windsurfcups teil und verbuchte so manche Erfolge in der Damenwertung.

Mit 15 nahm ich an Europa- und Weltmeisterschaften teil und wurde dreimal Deutsche Jugend Meisterin.


Portrait: Andrea Hausberg

Auch wenn es nicht danach aussieht, ich war alles andere als karrieregeil. Damals wurde mir ziemlich schnell klar, dass die coole Action auf den Windsurf-Cups, die Leute, die Atmosphäre und der Lifestyle etwas ganz besonderes sind, was ich mir nicht entgehen lassen wollte.

Mit 17 startete ich dann zum ersten Mal beim Worldcup auf Sylt, zum Leidwesen meiner Schule, die unter den ständigen Fehlzeiten zwecks Regattateilnahme doch sehr gelitten hatte. Wegen der Teilnahme auf Sylt wäre ich sogar fast von der Schule geflogen, zum Glück hatte das Kultusministerium zwecks Sportförderung ein Einsehen.

Während des Studiums ließ sich die Teilnahme am Worldcup zeitlich besser organisieren und so nahm ich an vielen aber leider nicht allen allen Events der Tour teil.



Karin Jaggi unterstützte mich in den folgenden Jahren sehr und so konnte ich meine Position im Laufe der Jahre verbessern.

Ein 5. Platz im Wave 2003 auf Gran Canaria und ein 7. Platz 2004 im Freestyle auf Lanzarote gehören zu den besten Ergebnissen. Insgesamt lande ich meist auf dem 9. Platz in der Weltrangliste in beiden Disziplinen, weil ich aus finanziellen Gründen nicht an jedem Event teilnehmen kann.

2004 verlegte ich mein Studium nach Las Palmas/Gran Canaria. So konnte ich täglich aufs Wasser und mit Dunki und den Morenos trainieren.

Portrait: Andrea Hausberg

Auch wenn Pozo nicht der schönste Ort der Welt ist, würde ich ihn jetzt dennoch als Zweit-Heimat bezeichnen, vor allem wegen der einzigartigen Surfszene bestehend aus etwa zwölf Mädels, die so richtig was aufs Parket legen!

In dem Starkwindrevier konnte ich einen Menge fürs Waveriding tun, denn bei dem heftigen Wind wird man ganz gut herumkatapultiert, so lernen sich Pushloops und hohe Backloops gleich viel leichter.

Im Augenblick aber ist Winterpause, Zeit sich wieder ein wenig mit dem Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaft zu beschäftigen, Abschlussprüfungen und Volontariate bei verschiedenen deutschen Fernsehsendern stehen an.

Im Frühjahr geht’s dann aber wieder nach Pozo, um mich auf die kommende World Cup Saison vorzubereiten. Auch wenn ich mir den Traum vom Profi-Surfer vielleicht etwas anders vorgestellt habe, bereut habe ich´s nicht. Trotz aller Schwierigkeiten, denen man als weiblicher Profi auf der Tour begegnet, hat sich mit mein alter Traum aus Kindheitstagen dennoch mehr als erfüllt und ist hoffentlich noch lange nicht vorbei!

Name: Andrea Hausberg
Website: www.andrea-hausberg.de
Wohnort: Ostfriesland
Alter: 25
Verein: Surf-Verein Roo Pahl e.V. Norden
Sponsoren: Alien Riders, Arrows-Sails, AG Reederei Norden Frisia

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