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Portrait: Nicola Girke (CAN-17)
Kanada ist nicht gerade das Land, das man spontan mit Windsurfen verbindet. An diesen Sport hatten die Eltern von Nikola Girke wohl auch nicht gedacht, als sie Deutschland den Rücken kehrten und nach Kanada auswanderten. Wasser gibt es rund um Vancouver allerdings genug, und da Nikolas Vater leidenschaftlich gerne segelt, fing auch Nikola schon im Alter von 9 Jahren damit an.

Irgendwann zwischen 16 und 17 interessierte sich Nikola dann fürs Windsurfen, ursprünglich nur weil das 'so cool' aussah, aber das Surfvirus hatte sie schnell infiziert.

Mit 21 beendete Nikola ihr ‚Human Kinetics’ Studium (Bewegungslehre) an der Universität in British Columbia als Bachelor und begann zu arbeiten. Zeit zum Windsurfen blieb neben dem Job kaum.

Dies änderte sich jedoch schlagartig nachdem die Deutsch-Kanadiern, sie hat die Pässe beider Länder, mit ein paar Freunden das Weihnachtsfest auf Maui verbrachte. Mit traumhaften Bedingungen direkt vor der Haustür wurde ihr Windsurfen so wichtig, dass sie kurzerhand ihren Job kündigte und nach Maui zog - der Traum vieler Surfer.
Portrait: Nicola Girke (CAN-17)
Doch der Segelsport sollte sie schneller als geplant wieder einholen. Als die Anfrage kam, ob sie professionell in der 470er Klasse an den Start gehen möchte, nahm sie sich vor, zunächst drei Monate zu testen, ob der professionelle Einstieg in den Segelsport wirklich das Richtige für sie sei.

Aus diesen drei Monaten wurden schließlich mehr als drei sehr erfolgreiche Jahre mit vielen Titeln und einem 13. Platz bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Und genau diese Olympiade hat Nikola so beeindruckt, dass sie gerne noch einmal daran teilnehmen möchte.

Allerdings nicht mehr im Segeln, sondern in der neuen olympischen Windsurfklasse RS:X, die im Jahre 2008 in Beijing/China zum ersten Mal als olympischer Wettbewerb ausgetragen wird.

Das RS:X Material gleicht dem, das bei der Formula Windsurfing (Kursrennen) verwendet wird. Sowohl Segel als auch das Board sind allerdings stärker für den unteren Windbereich ausgelegt, da die Rennen der Olympiaklasse auch bei leichtem Wind ausgetragen werden, der nicht zur Gleitfahrt reicht.
Portrait: Nicola Girke (CAN-17)
Da RS:X auf Maui nicht gerade zu den gängigste Boardklassen gehört, trainiert Nikola oft vor Neuseeland, in Kanada und an den verschiedenen Austragungsorten der RS:X Regatta-Tour. In ihrer kanadischen Heimat gibt es zum Beispiel einen Spot namens 'Squamish' - mit einer ähnlichen Thermik wie am Gardasee. Allerdings ist das Gletscherwasser ziemlich kalt, vergleichbar mit dem Wasser am nahegelegenen Pazifik.

An die Küste geht man laut Nikola aber weniger zum Windsurfen als vielmehr zum Wellenreiten.

Unterm Strich bieten Maui und die Gegend rund um Vancouver, ergänzt von den Spots die sie auf ihren Reisen besucht, Nikola ein breites Spektrum an Trainingsmöglichkeiten.

Dennoch ist das Ganze nicht so einfach, wie man vielleicht denkt. In der Olympia-Klasse spielt Erfahrung eine große Rolle und diese sammelt Nikola, mit der Segelnummer CAN-17 übrigens 5-fache Kanadische Windsurfmeisterin und 2005er Weltmeisterin in der Formula Experience, gerade noch.
Portrait: Nicola Girke (CAN-17)
Die taktischen Kenntnisse aus dem Segelsport helfen ihr dabei und es bleiben schließlich noch fast zwei Jahre bis zu den Olympischen Spielen in China.

Die nächste große Veranstaltung ist die Weltmeisterschaft in der RS:X-Klasse, die vom 20. bis 30. September 2006 am Gardasee stattfindet.

Und Maui? Die hawaiianische Insel ist weiterhin ihr Lebensmittelpunkt und zum Wellenschlitzen auf Windsurf- und Wellenreitboard bleibt neben dem Training ebenfalls genügend Zeit. Wie könnte man sich ausgeglichener auf eine Olympiade vorbereiten - wir drücken die Daumen.

Nikolas Website findet ihr unter www.nikolagirke.com

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