Robby Swift ist eine feste Größe in der PWA World Tour und ein Kandidat für den WM-Titel. Wir haben den Briten interviewt.

Wann hast du mit dem Windsurfen begonnen?
Ich habe schon mit drei Jahren angefangen. Mein Vater hat mich schon im Alter von 18 Monaten auf seinem Board mitgenommen und mit drei hat ein Freund von ihm mir endlich ein kleines Segel und eine Gabel gebaut und das obere Ende eines Mastes abgeschnitten. Ich mochte das Wasser und ich war von Anfang an süchtig. Als ich acht wurde, konnte ich Halsen durchgleiten und kleine Sprünge machen. Ich wollte nie irgendetwas anderes machen.

Haben deine Eltern dich wirklich nach Robby Naish benannt?
Nun, meine Eltern haben mich offiziell Robert genannt (wie Robby Naish ebenfalls), aber alle haben mich immer Robby gerufen - nur wenn ich mich nicht benommen habe, wurde wieder zu Robert gewechselt. Robby Naish war die größte Inspirationsquelle für meinen Namen, zumindest für meinen Vater.

Wann hast du mit den Wettkämpfen angefangen?
Ich habe an kleinen nationalen Wettkämpfen in England teilgenommen, als ich ungefähr 10 war. Mein Vater hat mich mitgenommen, um zu sehen, ob ich daran Spaß habe. Mir gefielen die neuen Freunde, die ich dort gewinnen konnte und der Wettkampf lag mir auch. Meinen Vater sprach die Szene ebenfalls an und so starteten wir gemeinsam und verbrachten viele schöne Momente zusammen. Nach und nach begannen wir dann auch, an internationalen Events teilzunehmen.

Was ist für dich das Spezielle am Windsurfen?
Es ist einfach so frei. Du kannst auf dem Wasser machen, was du willst. Du kannst einfach so schnell fahren, so hoch springen und es ist schwierig genug, dass du immer etwas Neues lernen kannst. Wenn du Fortschritte machen willst, kannst du sie einfach immer weiter machen und jeden Tag ist alles ein wenig anders. Ich mag die anderen Windsurfer, die ich rund um die Welt treffe. 99,5% von ihnen sind einfach tolle Menschen, die schon nach kurzer Zeit zu Freunden werden.

Du reist sehr viel. Wo ist dein Zuhause?
Maui ist wirklich mein Zuhause. Ich lebe jetzt seit 15 Jahren hier, wurde vor zehn Jahren Einwohner und vor ein paar Jahren Bürger der USA. England wird immer mein Vaterland bleiben, aber ich verbringe dort nur noch sehr wenig Zeit. Ich habe auch in Chile ein Haus und ich bin sehr gerne dort. Es ist keine schlechte Sache, zwischen den besten Wavespots der Welt in Chile und Maui wählen zu können. In ein paar Tagen werde ich Vater, dann kannn ich nicht mehr ganz so viel reisen. Ich plane aber immer noch 2-3 Monate in Chile zu sein und die komplette PWA Tour mitzufahren.

In 2013 hast du dich kurz vor dem Event in Pozo verletzt. Wenn du jetzt surfst, denkst du dann daran, oder schaffst du es die Gedanken zu verdrängen?
Natürlich ist so etwas immer drin, aber ich versuche, nicht daran zu denken. Verletzungen passieren. Jeder verletzt sich irgendwann. Mein Ziel ist so fit und so stark wie möglich zu sein und ich vermeide zu surfen, wenn ich müde bin, da dann das Risiko steigt.

Ein Profi kann nicht für immer an Wettkämpfen teilnehmen. Hast du schon einen Plan, was du dann machen wirst?
Ich hoffe, dass ich noch mindestens zehn Jahre professionell surfen kann. Ich bin ja nur um die 30 und da steckt noch viel in mir. Ich habe noch keinen Weltmeistertitel gewonnen und ich würde den Titel wirklich gerne holen, bevor ich aufhöre.

Wie wird sich das Wavesailing deiner Meinung nach weiterentwickeln?
Ich denke, dass wir mehr Zweifachrotationen sehen werden und dass das progressive Down-the-Line-Waveriding mehr Power-Turns zeigen wird. Die Boards und die Segel werden besser und besser und die Moves werden mehr die Wellen nutzen, als dass sie nach Freestyle-Moves aussehen. Ich meine also, dass sie die Welle wirklich nutzen um abzuheben, anstatt nur die Welle runter zu springen.

Was sind deine Lieblingsspots?
Ponta Preta auf den Kapverden. Topocalma und Matanzas in Chile, Ho’okipa auf Maui. Pozo wenn es richtig abgeht.

Das Ziel für 2015?
PWA Weltmeister… Haha! Ist das nicht das Ziel von allen!?

Danke für das Interview Robby!

Robby Swift