Film & Foto Tricks

Manchmal sind privat erstellte Windsurfvideos für die Zuschauer keine wahre Freude. Mit einigen Tricks kann man ohne viel Aufwand zu viel besseren Resultaten kommen. TV- und Foto-Profi Christian Tillmanns verrät wie es geht.

Wackelbilder

Hochauflösende Videobilder und Fotos verlangen ein ruhiges Bild, wenn von Land aus gearbeitet wird. Bei langen Brennweiten (viel Zoom) multiplizieren sich Verwackler stark. Die beste Abhilfe schafft ein gutes Stativ mit einem Fluid Videokopf. Da solche Stative aber sehr teuer sind, kann man auch ein paar Kniffe anwenden, um das Bild zu stabilisieren.

Plastiktüte: Nehmt eine verschließbare 1 Liter Zip-Lock Plastiktüte und füllt sie mit Linsen oder Reis. Die Tüte darf nicht prall gefüllt sein. Dieser Beutel wird zum Beispiel auf einer Mauer platziert und die Kamera kann so darauf gelegt werden, dass sie wie in einem Bett etwas eingesunken liegt.

Auf diesem Bett liegend lässt sich die Kamera horizontal ausrichten und kann mitsamt Beutel langsam geschwenkt werden. Filmen von Autodächern funktioniert auch sehr gut, aber dann sollte ein T-Shirt oder ein Küchenhandtuch unter die Tüte gelegt werden, um Lackkratzer zu vermeiden.

Körperkontakt: Beim Filmen aus der Hand hilft es, wenn der Ellenbogen am Körper anliegt, beide Arme die Kamera führen und wenn der Sucher genutzt wird, die Kamera also auch am Kopf anliegt. Durch die Kontaktpunkte und die Körperspannung kommt es zu erheblich stabilerer Bildführung, als beim Halten mit einem Arm und beim Blick auf das Display.

Einbeinstativ: Einbeinstative gibt es bereits für unter 20 Euro. Auch sie können helfen das Bild erheblich stabiler zu machen.
Zusatznutzen: Wenn man das Stativ bei Kameras mit Weitwinkeloptik als verlängerten Arm nutzt, können interessante Perspektiven entstehen.

Film & Foto Tricks

Horizont gerade halten
Bei schief aufgestellten Stativen oder beim Filmen aus der Hand kommt es oft zu einem schiefen Horizont. Achtet darauf, dass der Horizont auch im Bild horizontal verläuft. Das hilft enorm einen professionellen Bildeindruck zu erzeugen.

Nicht zu schnell schwenken
Bei Übersichtsaufnahmen wird oft viel zu schnell geschwenkt. Schwenkt lieber sehr langsam und möglichst gleichmäßig. Falls der Schwenk tatsächlich zu langsam ist, kann er im Schnittprogramm immer noch beschleunigt werden. Das Gegenteil geht nur mit Qualitätsverlust.

Ein guter Schwenk startet sanft aus dem Stand und endet sanft im Stand. Bei kleinen Kameras hilft es, die Kamera nicht am Schwenkarm des Stativs zu schwenken, sondern den Stativkopf selber zu umfassen und mit der Hand (wie ein Motorrad-Gas-Griff) zu schwenken. Die zweite Hand führt dabei die Kamera stabilisierend.

Vordergrund macht Bild gesund
Bei Profis ist das ein total abgegriffener Klassiker. Es funktioniert aber immer noch. Bei Weitwinkelaufnahmen erreicht man mehr Tiefenwirkung, wenn im Vordergrund Gegenstände oder Personen zu sehen sind.

Cut Aways
Schnittbilder, so genannte Cut Aways, helfen beim Film einzelne Szenen zu verbinden. Diese Cut Aways sind oft Detailaufnahmen.

Ein Beispiel: Ein Surfer bereitet sein Material vor und geht dann aufs Wasser. Wenn dies filmisch dargestellt werden soll, würde es viel zu langweilig sein das Aufriggen und den Gang zum Wasser komplett zu zeigen. Eine etwa drei Sekunden lange Szene, die das Aufriggen zeigt, dann der Zwischenschnitt (z.B. ein Windmesser), dann im nächsten Schnitt direkt die Action zu zeigen, macht den Film viel spannender.