Holzboards im Selbstbau

Christian Neißl hat 2014 begonnen Boards aus Holz für sich selber zu bauen. Der Softwareentwickler ließ dann aber schnell High-Tech einfließen, um das archaische Material in Boardform zu bringen.

Im Mai 2014 sah ich einen Reisebericht der über die US-Firma Grain (www.grainsurfboards.com) berichtete. Das hinterließ einen dauerhaften Schaden, der sich dahingehend äußerte, dass ich immer wieder darüber nachdachte wie ich es selbst anstellen könnte, ein Board aus Holz zu bauen.
Über einen Händler in der Schweiz habe ich einen aus den USA stammenden Bausatz bezogen und so baute mein erstes Holz-Hohlbau-Board. Der Bausatz enthielt eine Bauanleitung an die ich mich auch ungefähr hielt. Das Board war O.K. (das fahre ich auch noch heute), allerdings war die Vorgangsweise irgendwie unbefriedigend und so beschloss ich einen neuen, eigenen Anlauf zu nehmen.

Ich wollte eine sehr stabile Konstruktion, die für meine 110+ kg geeignet und auch als Surfboard volltauglich ist. Die logische Konsequenz war also: Alles von vorne und zwar von ganz vorne.

Holzboards im Selbstbau

Der Start:
Ich begann Skizzen zu zeichnen, mit Bleistift und Zeichenbrett. Ich schnitt diese Zeichnungen erst auf Karton aus, übertrug die Zeichnung auf Balsa und schnitt das Teil mit einer Dekupiersäge aus. Danach baute ich mir einen Rockertable* nach dem Vorbild von Grain, um darauf das Board zu konstruieren. Es hat mir wirklich imponiert wie die Leute in Maine Boards mit Handhobel und Handwerkzeug bauen. (*Rockertable: Rocker bezeichnet die Biegekurve des Boards. Ein Rockertable ist eine Vorrichtung, die dem Board die Biegekurve vorgibt.)

Allerdings bin ich in einer Phase der Selbsterkenntnis darauf gekommen, dass das alles überhaupt nicht zu mir passt. Ich gebe zu, dass ich am liebsten mit Werkzeug arbeite, das ein Kabel oder zumindest einen Akku hat. Genauso wie die handgestrickte Konstruktion des Boards auch nicht wirklich meins war. Ich bin vom Beruf her Softwareentwickler und habe es ganz gerne wenn Dinge nicht zufällig gelingen, irgendwie passieren oder sich mühsam erarbeiten lassen. Ich will wirklich konstruierten – computergestützt logisch.

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Der ReStart:
Ich besorgte mir CAD-Software für die Konstruktion des Boards und zeichnete ein Shape das einfach und ausgewogen war und entsprechendes Volumen hatte. Die Software erlaubt ein Ausgeben des Shapes in AutoCAD das wiederum von CNC-Maschinen als Input verwendet werden kann. Ich habe ein Board konstruiert das aus meiner Sicht für SUP und SURF zu brauchen ist.

Mit diesem Material suchte ich mir ein Unternehmen, das die Zuschnitte als Dienstleistung machen kann. So ein Unternehmen fand ich und ließ 2 Muster des Frameworks fertigen.
Holzboards im Selbstbau
Das Ergebnis:
Diese Muster habe ich in verschiedenen Varianten, einmal mit Holz und einmal mit XPS bespannt und getestet. Das XPS eigentlich nur um herauszufinden ob man nicht billiger und schneller bauen kann, als mit Holz und zum ähnlichen Ergebnis kommt.

Die Fertigungsschritte habe ich dokumentiert und im Web unter www.lichtwelle.net kostenlos und ohne Anmeldung zum Download zur Verfügung gestellt. Dort findet man auch Bilder vom Framework.

In der Entwicklungsphase habe ich mir angesehen wie andere Shaper an das Thema herangehen. Sehr oft findet man Anleitungen oder Ausschnitte davon am Web. Da ich selbst auf diese Informationen aufgebaut habe, stelle ich meine Bauanleitung auch zur Verfügung.

Ich hoffe, dass es euch hilft und dass ihr darauf aufbauen könnt.
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