Don't let go! - Making of
Making of: Don't let go!
Im Dezember soll mit 'Don‘t let go!' ein neues Windsurf-Video von Flo Jung, Camille Juban, Boujma Guilloul und Robby Swift erscheinen. DAILY DOSE hat Flo Jung zum neuen Streifen befragt.

Wie entstand die Idee zum Film? Wer macht mit?

„Die Idee zu dem Film entstand bei einem windlosen Contest auf den Kapverden im November 2010. Zusammen mit Camille Juban, Boujma Guilloul und Robby Swift wohnte ich in einem Hotel und wir hatten durch mangelnden Wind und ausbleibende Wellen genügend Zeit ein paar Ideen auszuarbeiten.
Keiner von uns hatte bisher an einer größeren Videoproduktion teilgenommen, wir wollten etwas eigenes auf die Beine stellen und unsere eigene Vision vom Windsurfen darstellen.

Wir wollten kein weiteres pures Actionvideo produzieren, sondern etwas mehr Authentizität und unser Leben hinter den Kulissen zeigen. Natürlich kommt die Winsurfaction letztendlich nicht zu kurz, dennoch wollten wir versuchen durch etwas mehr Handlung ein größeren Publikum auch außerhalb des Windsurfens anzusprechen.“
Don't let go! - Making of

Wie wurde dann geplant?
„Wir beschlossen das Budget von unseren Sponsoren aufzutreiben und dann ab März 2011 auf Maui mit den Dreharbeiten zu beginnen. Das ganze gestaltete sich dann doch schwieriger als gedacht.

Das nötige Budget aufzutreiben war die erste Mammut-Aufgabe, hinzu kam, dass Boujma bei einem Trippleloop-Versuch fast ums Leben kam und auch ich mich verletzte.

So kamen wir auch schließlich zu dem Namen 'DON‘T LET GO'. Was wir nicht ahnten war, dass der Titel in den nächsten Monaten zu unserem täglichen Motto werden sollte.“

Kannst du von positiven Erlebnissen und Pannen berichten?
„Über die Rückschläge könnte ich fast ein Buch schreiben. Vor allem was Verletzungen angeht, waren wir nicht wirklich gesegnet. Letztes Jahr im Herbst fing alles an. Wir organisierten einen Trip nach Marokko und kurz davor erhielt ich die Nachricht, dass sich Robby Swift bei einem Wave 360 in Chile am Fuß kompliziert verletzt hatte.

Er war letztendlich 6 Monate außer Gefecht. Kurz darauf war auch ich an der Reihe. Beim Worldcup in Klitmøller riss ich mir bei einem hart gelandeten Backloop mein Kreuzband im Knie und somit war auch ich für mindestens 5 Monate aus dem Rennen.

Nach einer langen Reha-Phase trafen wir uns erneut auf Maui, um diesen Part abzuschließen. Dabei erwischte es dann Boujma, der sich nach dem zweiten Drehtag die gleiche Fußverletzung wie Robby zuzog. Es gab wieder sechs Monate Pause. Zwei Wochen darauf verletzte ich auch mein anderes Bein, nachdem ich in Marokko sehr ungünstig in der Fußschlaufe hängen geblieben bin. So verbrachte ich mehr Zeit im Kraftraum als ich mir jemals erträumt hatte.

Wie dem auch sei. Momentan sind wir alle guter Dinge und konnten sogar unseren letzten Film-Part in Peru in trockene Tücher bringen. Wir hatte dort ein paar wirklich gute Tage mit endlos langen Wellen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.“

Don't let go! - Making of

Der Körpereinsatz war also hoch, wie sah es mit dem finanziellen Aufwand aus?
„Wir haben eigentlich gehofft mit einen Budget von 20.000€ auszukommen. Doch das Geld war schon nach den ersten Trips aufgebraucht. Teuer wird es vor allem, wenn jemand wie Manuel (Kameraman und Cutter) Vollzeit daran arbeitet. Jeder von uns hat persönlich schon einiges an Geld in dieses Projekt gesteckt und wir haben noch ein paar Investoren gefunden, um den Film letztendlich in einer entsprechender Qualität und guter Musik fertigstellen zu können.“

Was kostet denn das Reisen und wieviel Gepäck schleppt ihr durch die Gegend?
„Die Reisekosten hielten sich glücklicherweise noch in Grenzen, wir waren meist mit 100 kg an Filmequipement unterwegs und konnten das mit etwas Glück als Windsurfgepäck anmelden.“
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Wie habt ihr die Musikauswahl getroffen?
„Die richtige Musikauswahl ist einer der wichtigsten Faktoren für einen gelungenen Film. Wir wollen auch bestimmte Emotionen hervorrufen, deshalb haben wir z.T. gekaufte Songs dabei, als auch Musikstücke, die von Songwritern für den Film komponiert wurden. Auch ist es entscheidend, dass ein gesunder Mix an unterschiedlichen Musikrichtungen dabei ist, vorallem wenn man verschiedene kulturelle Stimmungen wecken will.“

Wie kommt ihr mit der Produktion voran, was geschieht gerade?
„Wir haben insgesamt 4 Terrabyte Material aus 10 Ländern vorliegen, gefilmt in 2 Jahren. Die nächsten Wochen werden eine harte Zeit mit wenig Schlaf, vor allem für Manuel Grafenauer, unseren Cutter. Aber das Konzept ist sehr ausgearbeitet und ich denke wir werden mit dem Endergebnis mehr als zufrieden sein.“
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