Mietwagen
Mietwagen: Billig kann schnell teuer werden

Mietwagen können im Urlaub ein wahrer Segen sein. Sie erhöhen die Mobilität und sind bei vielen Windsurfurlaubern eine Voraussetzung für unbeschwertes Reisen.

Seit einigen Jahren ist es durch Vergleichsportale im Internet möglich, die Preise der Anbieter zu vergleichen. Oft geht der Buchungs-Klick auf die günstigsten Angebote.

Dies wissen natürlich auch die Anbieter von Mietwagen und es führt immer mehr dazu, dass die Angebote zwar vordergründig günstig sind, aber dafür nicht sofort ersichtliche Serviceleistungen ausgeschlossen sind. Die Situation ist kompliziert und unübersichtlich.

Ein Blick ins Kleingedruckte wird im Vorfeld der Anmietung immer wichtiger, denn wer den Mietvertrag verletzt kann den Versicherungsschutz verlieren oder sich zu Sonderzahlungen verpflichten. Ebenfalls wird von den Vermietern of versucht mit ausgefeilten Tricks bei der Abholung des Wagens den Mieter nochmal zur Kasse zu bitten.

Wir haben für euch eine Reihe von wissenswerten Infos gesammelt.

Nutzbare Straßen
Welche Straßen genutzt werden dürfen, legt der Mietwagenanbieter im Kleingedruckten fest. So werden oft in den USA manchmal selbst „secondary routes“ oder "nicht regelmäßig gewartete" Straßen von der Nutzung ausgeschlossen. Wie man diese Straßen erkennt, wird verschwiegen. Was wie eine normal asphaltierte Straße in gutem Zustand aussieht, führt im Schadensfall schnell zum Ausschluss von Versicherungsleistungen.

Viele Surfer nutzen auf dem Weg zum Spot natürlich gerade die ausgeschlossenen Straßen und bisher gab es auch nur Ärger, wenn das Fahrzeug beschädigt wurde. Dies ändert sich jedoch im Rahmen der GPS-Ortung.

Die einzigen Fahrzeuge, die naturgemäß eine sehr weite Auslegung des Straßenzustandes erlauben, sind Geländewagen und SUVs.

GPS Ortung
Mietwagenanbieter gehen dazu über GPS-Tracker in den Fahrzeugen zu installieren. Über diese wird der Mieter kontrolliert und das Fahrzeug kann per Kill-Switch stillgelegt werden.

Je nach Land und Einstellugn des Vermieters muss man dem im Mietvertrag zustimmen, wird also vor der Übernahme über die GPS-Tracker informiert - oder eben nicht. Wer bisher gerne entgegen der Mietwagen AGB auf Pisten oder Feldwegen zu Spots gefahren sind, sollten sich die Anmietung eines solchen Wagens genau überlegen.

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Pannenservice
Man könnte meinen, dass ein Mietwagen funktionieren sollte. Tut er es nicht und bleibt liegen, rechnen sicher viele mit schneller Hilfe durch den Mietwagenanbieter. Dies ist jedoch oft nicht mehr der Fall. Bleibt also ein Mietwagen liegen, hat der Mieter oft selbst für den Abschleppwagen zu sorgen und muss diesen auch selber bezahlen, egal aus welchem Grund der Mietwagen liegen geblieben ist.

"Erstmal müssen sie bezahlen, dann müssen sie uns beweisen, dass der Wagen nicht durch ihre Nutzungsweise liegen geblieben ist und erst dann würden wir ihnen die Kosten erstatten", argumentierte eine Angestellte eines großen internationalen Anbieters.

Die Vermieter bieten meist strategisch günstig bei Abholung des Mietwagens Zusatzversicherungen an, die manchmal bis zu einem Viertel der gesamten Mietsumme betragen. Üblich ist dabei, dem Mieter mit besipielhaft genannten horrenden Summen für Abschleppwagen Angst zu machen und so zum Versicherungsabschluss zu bringen.

"Sie müssen damit rechnen, dass sie ein Abschleppwagen 500$ kostet. Das Geld sind sie ohne Zusatzversicherung im Fall einer Panne auf jedem Fall los." wird den Mietern die Zusatzversicherung wie die "Roadside Assistance" schmackhaft gemacht.

Die Zusatzverscicherungen schließen manchmal auch Schäden an den empfindlichen Schlüsseln ein.

Teure Schlüssel
Moderne Autoschlüssel enthalten meist jede Menge Elektronik und reagieren ziemlich allergisch auf Salzwasser. Vermietstationen lassen sich einen defekten Schlüssel pauschal mit einem Betrag zwischen 100 und 300 Euro bezahlen.

Wohin also mit dem Schlüssel beim Surfen?
Bei manchen Modellen kann der Schlüssel vorsichtig geöffnet werden und die Elektronik entnommen werden. Bei anderen Modellen schafft eine mitgebrachte wasserdichte Hülle z.B. von Aquapac Schutz. Bei der beliebten Deponierung des Schlüssels auf dem Reifen oder an der Stoßstange könnte bei Diebstahl des Wagens das Argument der Fahrlässigkeit den Versicherungsschutz aufheben.

Rückgabe bei geschlossener Mietstation
Manchmal muss ein Mietwagen bei geschlossener Station zurück gegeben werden. Kein Problem sagen die Anbieter, denn dazu wird der Schlüssel des Wagens in einendafür vorgesehenen Briefkasten geworfen. Der Mieter hat dann aber kein Rückgabeprotokoll, das den Zustand des Wagens und die Rückgabezeit protokolliert.

Daher sollten diese Schritte möglichst vom Mieter per Handyfoto (am besten eines, dass Zeit und Ort unsichtbar in den Fotodaten vermerkt) dokumentiert werden. Auch der Kilometerstand des Fahrzeuges und der Zustand des Fahrzeuges bei Abgabe sollte per Foto dokumentiert werden.

„Ein bedauerlicher Irrtum“,
oder vielleicht doch Methode?


Fall 1
In einem konkreten Fall wurde ein Mietwagen zur korrekten Zeit per Schlüsseleinwurf in den Briefkasten bei geschlossener Station zurück gegeben, aber der Mietwagenabieter berechnete zwei zusätzliche Miettage.

Nur die Handyfotos konnten beweisen, dass der Wagen korrekt zurückgegeben wurde. „Ein bedauerlicher Irrtum“ sei aufgetreten, entschuldigte sich der Vermieter danach beim Mieter.

Fall 2
Ebenfalls gerne angewendet ist der Versuch, einen Schaden geltend zu machen, der angeblich bei der Rückgabe an der geschlossenen Station zum Zeitpunkt der Rückgabe vorhanden war.

Die Rechnungssumme ziehen die Vermieter dann sehr schnell von der Kreditkarte ein und erst die Beweisführung durch den Mieter (Fotos) kann den Betrugsversuch entlarven. In einem uns bekannten Fall entschuldigte sich der Anbieter natürlich mit: „Ein bedauerlicher Irrtum“

Wissenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die einzelnen Stationen oft von Franchisenehmern betrieben werden. Man hat es also vor Ort oft nur vordergründig mit einer großen Kette zu tun.

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Anmietung durch Makler im eigenen Land
Makler wie cardelmar oder holidayautos sind nicht nur ausgesprochen günstig, sondern bieten gerne eigene Vollkasko-Versicherungen ohne Selbstbeteiligung an. Das ist gut für den Mieter. Bei der Abholung des Wagens beim lokalen Anbieter sollte man allerdings aufpassen, sich nicht eine weitere Versicherung aufschwatzen zu lassen.

Die Vorgehensweise gleicht dabei oft Drückermethoden, bei denen der Mieter mit schwerwiegenden finanziellen Folgen im Fall eines Unfalls verunsichert werden soll. Der Mieter sollte die Leistungen seiner beim deutschen Makler abgeschlossenen Versicherung genau kennen, um die Verkaufsambitionen guten Gewissens abwiegeln zu können. Abgesehen davon bietet ein Makler meist einen Ansprechpartner im eigenen Land, was bei Auslandsreisen viel Ärger ersparen kann.

Allerdings sollte man auch hier schon bei der Anmietung aufpassen. So haben sich zum Beispiel nach Verkauf des Brokers holidayautos an den irischen Anbieter Cartrawler die Praktiken dort drastisch geändert. Obwohl Kunden schon eine Vollkasko Versicherung ohne Selbstbeteiligung gebucht hatten, wird wird im Verlauf der Buchung eine „Excess Insurance“ angepriesen, die die schon gebuchten Merkmale nochmals abdecken würde.

Upgrades
Der spontane Kauf einer höheren Wagenklasse bei der Abholung des Fahrzeuges sollte gut überlegt sein. Oft wird Mietern der kleinsten Wagengruppe ein größeres Fahrzeug angeboten, da das Gepäck angeblich gar nicht in das Kleinfahrzeug passen soll.

Man sollte, sofern es sich nicht wirklich um ein gutes Angebot handelt (z.B. SUV für einen Dollar am Tag mehr), nicht darauf eingehen. Oft kommt es dann zu einem Gratisupgrate, da gerade kein Fahrzeug in der gebuchten Klasse verfügbar ist. Das verrät der Vermieter natürlich erst, wenn der Versuch fehlgeschlagen ist, eine höhere Wagenklasse zu verkaufen.

Tankregelung
Mietwagenanbieter haben oft Tankregelungen, bei denen der Mieter gezwungen wird, die erste Tankfüllung vom Anbieter zu kaufen. Diese wird gerne zu einem vollkommen überhöhten Preis verkauft. Man sollte diese Regelung bei der Auswahl des Anbieters beachten und in den Preis einrechnen! Einige Preisvergleichs-Portale, wie zum Beispiel mietwagen-billiger.de bieten Filter für die Tankregelung an.

Sollte der Anbieter bei der Tankregelung eine Wahl lassen ist bei Kurzzeitmieten meist die Rückgabe mit vollem Tank sinnvoller, da nur wenige Anbieter „zu viel“ getankten Sprit über die Kreditkarte zurück erstatten.

Internationaler Führerschein
In vielen Ländern außerhalb Europas ist ein Internationaler Führerschein keine Pflicht und wird auch bei der Anmietung des Mietwagens nicht verlangt. Dennoch bestehet die örtliche Polizei bei einer Kontrolle oft auf diese amtliche Übersetzung eines Nationalen Führerscheins. Der Internationale Führerschein gilt nur zusammen mit dem Nationalen Führerschein, man muss also immer beide Dokumente dabeihaben.

Der Internationale Führerschein ist bei den Straßenverkehrsämtern der Heimatgemeinde meist sofort zu bekommen. Ein Passfoto, der Führerschein und der Ausweis oder der Reisepass und eine Meldebestätigung werden bei der Beantragung des Internationalen Führerscheins benötigt.

Dachtransport
Ein Hinweis im Kleingedruckten weist manchmal darauf hin, dass der Dachtransport von Gegenständen (z.B. Surfboards) verboten ist. Bedanken kann man sich für diese Klauseln bei den Kollegen, die mit Boardbags und Boards die Dächer zerkratzt haben. Wer dagegen verstößt, verliert im Schadensfall oft den Versicherungsschutz. Einige Anbieter halten sich Sonderzahlungen vor.

Dazu kommt manchmal erschwerend, dass im jeweiligen Land auch der Transport von Surfboards im Innenraum des PKW von der Polizei geahndet wird. So erreichten uns aus Fuerteventura Meldungen über heftigstes Abkassieren der Polizei beim unbefestigten Transport von Surfboards im Innenraum des Wagens.

Nur wenige Anbieter bieten Dachgepäckträger als Zusatzausstattung zu ihren Wagen an. Mitgebrachte Softracks wie die von Handirack bieten einen gewissen Schutz, die Spanngurte schneiden aber schnell ins Türgummi ein und die Racks sollten möglichst nicht auf dem Dach hin- und hergeschoben werden, um Kratzer zu vermeiden.

Insgesamt ist es für Surfer recht schwer in voller Übereinstimmung mit den Klauseln und lokalen Gesetzen ihr Equipment zu transportieren. Viele gehen dazu über, bei der Abholung des Wagens vor Ort ihr Equipment abseits des Mietwagengeländes zu positionieren und unbeobachtet zu beladen...

Spartricks bei der Anmietung
Manchmal ist eine längere Mietzeit günstiger als eine kurze. Beim checken im Internet sollten also verschiedenen Mietzeiträume angeben werden, um den günstigsten Tarif zu finden.