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Patrick Boards / Diethelm & Jaggi

Karin Jaggi & Patrik Diethelm waren ewig in Diensten von F2 unterwegs. Nach der Trennung von F2 starten die beiden mit ihrer Boardmarke "Patrik" durch. Ein Interview.

Die sportliche Erfolgsliste der studierten Betriebswirtin Karin Jaggi ist geradezu unglaublich lang: 13 PWA Weltmeistertitel, 10 IFCA Weltmeistertitel und 2 ISA Speed Weltmeisterschaftstitel hat sie auf ihrem Konto. Mit anderen Worten: Die Frau hat so ziemlich alles gewonnen, was man im Windsurfen gewinnen kann. Sie kann Speedsurfen (41,25 Knoten), sich in der Welle bewegen und... sie kann mit Zahlen umgehen.

Wenn man dazu den geradezu manisch innovativen Shaper Patrik Diethelm addiert, der selbst auf Weltnivau surft (Platz 14 -PWA Slalom 2009, 2x Vizeweltmeister Speed, Serienboard Speedweltrekord 46,57 Knoten) und auf dessen Konto viele erfolgreiche F2 Shapes gehen, dann kommt dabei eine faszinierend große Fachkompetenz und in diesem Fall eine neue Boardmarke heraus.

Die Marke heißt "Patrik". Der Name ist sicher erst gewöhnungsbedürftig. Dahinter steht aber der Gedanke, dass sich hinter diesen Boards keine anonyme Firma mit einem Fantasie-Namen verbirgt, sondern ein Shaper, der mit seinem Namen zu seinem Produkt stehen will.

Abgehoben sind die beiden nicht - ganz im Gegenteil. Sie suchen die direkte Nähe zum Kunden, wollen ihre ganze Glaubwürdigkeit in die Waagschale werfen. Denn: Wenn die Marke untergeht, geht auch der Name mit unter. Deshalb sagt Patrik Diethelm: "Unser Marketing ist wirklich die Wahrheit (...) Wir wollen jederzeit erreichbar sein und bei Problemen mit unseren Kunden direkten Kontakt haben."





Wir haben Karin und Patrik zu ihrem Projekt interviewt:

Wer macht was bei Patrik?
Patrik Diethelm:
"Im Moment machen wir beide alles zusammen. Ich ein bisschen mehr das Technische und Karin mehr Büro. Neu ist auch Dany Bruch dabei, damit wir einen starken Waverider haben und er uns Arbeiten in allen Segmenten abnehmen kann."

Wie lange hast du für F2 gearbeitet?
Patrik Diethelm: "Mit F2 war ich fast eine Lebzeit zusammen: Im Alter von 15 Jahren habe ich das erste F2 Board vom Vater bekommen, mit 17 habe ich das erste Board dieser Marke selber gekauft. Ich bin immer F2 gefahren und mit 24 wurde ich vom nationalen F2 Importeur gesponsert. Im Jahr 2000 hab ich einen Vertrag bei F2 als “Tester” bekommen und habe nebenbei Custom Boards für Teamfahrer geshapt. Mein erstes Serienbrett kam im 2003 und ein Jahr später habe ich die ganze Range für F2 gemacht. Letztes Jahr am 30. September war der letzte Tag unter Vertrag mit F2 und wir haben uns entschieden unsere eigene Marke aufzubauen."

Karin, seit wann bist du Windsurf-Profi?
Karin Jaggi: "Ich bin meinen ersten Worldcup 1994 mitgefahren – im Speed und bin gleich auf dem dritten Platz gelandet. Aber damals hatte die Tour noch viele Events und das konnte ich mir die ersten paar Jahre nicht leisten. So bin ich erst mal nur Events in Europa mitgefahren und dann erst 1996 wirklich eingestiegen. Ich habe die ersten Saisons in einer Surfschule gearbeitet, um den Worldcup zu finanzieren, danach immer was für Magazine und später auch für Marken gemacht – zum Schluss das Marketing und Team bei F2. Parallel zum Profi-Dasein habe ich BWL an der Fernuni Hagen studiert und abgeschlossen. Aus dem heraus ergibt sich auch mein Einsatz bei Patrik Boards. Ich bin eher fürs Büro, das Marketing, Kommunikation und Verkauf zuständig. Wobei wir alle wichtigen Entscheide immer zusammen fällen. Und ich fahr natürlich noch im Worldcup mit und bin bei allen Tests dabei."

Da keine große Firma mit vielen Entscheidern dahinter steckt: Können die Boards jetzt kompromissloser produziert werden?
Patrik Diethelm "Ja, auf jeden Fall. Unsere Entscheidungen sind 100% für den Endverbraucher ohne Kompromisse in Bezug auf die Kosten. Die Entwicklung ist endlos – bzw. fortlaufend und hat keinen fix festgelegten Budget Rahmen. Unser Marketing ist wirklich die Wahrheit und für die Produktion verwenden wir nur spezifisch ausgewählte Materialien welche für den Einsatzbereich perfekt sind. Zufriedene Kunden ist unsere erste Priorität. Wir wollen jederzeit erreichbar sein und bei Problemen mit unseren Kunden direkten Kontakt haben."


Patrick Boards / Diethelm & Jaggi

Welche Shape Philosophie steckt hinter den Boards? Was ist an den Shapes anders, als bei anderen Firmen?
Patrik Diethelm “-Der Kunde ist König-  und wir machen was der Einsatzbereich verlangt. Wichtig ist, dass die Shapes Spass machen und mit der Freude kommt die Motivation und somit auch gute Resultate. Langeweile kennen wir nicht und so sind unsere Board-Shapes."

Was steckt in den Boards? Wie werden diese hergestellt?
Patrik Diethelm "Wir produzieren unsere Board wie die meisten Marken in Thailand in der Cobra Produktion. Der grobe Aufbau bei uns ist: Styropor Kern mit PVC Platten als Sandwich und Aussenlaminat. Die Materialien und den Aufbau kann jede Marke selber wählen. Ich konzentriere mich aber auf die langbewährten Materialien wie Carbon, Kevlar, Technora, Glas und Kombinationsgewebe wie Carbon/Kevlar, etc."

Wie lange habt ihr die Patrik Boards vorbereitet?
Patrik Diethelm
"Wir sind immer noch im Aufbau und es dauert noch ein paar Monate bis wir eine komplette Range haben. Unser Ziel ist in jedem Bereich eine sinnvolle Brettlinie zu haben damit jedermann sein passendes Brett bei uns finden kann."

Wo können die Boards gekauft werden?
Patrik Diethelm "Wir haben in verschiedenen Ländern unsere Importeure und man kann uns jederzeit direkt unter “info@patrikdiethelm.com” erreichen, um die richtige Informationen zu bekommen.

Der Aufbau unserer Website ist fertig, aber unser Produktangebot ist noch nicht ganz soweit wie wir es gerne hätten. Wir warten noch auf die letzten drei Boards damit wir die meisten Kunden befriedigen und die Webseite online stellen können."

Welche Boards gibt es bereits?

Patrik Diethelm "Für die Wave-Liebhaber haben wir 3 Größen Single Finnen “Wave One” in 68, 75 und 83 Liter und 3 Größen “Trailer Wave” in 72, 78 und 85 Liter. Freestyle offerieren wir in 2 Größen 99 und 107 Liter. Slalom gibt’s im Moment 3 Größen 87, 110 und 135 Liter. Ein Formula für die Frühgleiter und 3 Größen Freestyle Wave 84, 94 und 104 Liter. Die restlichen Boards wie weitere Größen Slalom, alle Freerider, Freerace, Speed, Beginner, etc., sind noch in Entwicklung und kommen auf Ende des Jahres. Natürlich offerieren wir jederzeit unsere Custom Linie wo wir jedem Kunden sein Lieblingsbrett bauen können, ein wirkliches Custom – vom Shape über die Grafik bis zur gewünschten Konstruktion."

Fahren schon Profis auf Patrik Boards?
Patrik Diethelm "Aus zeitlichen Gründen und für Werbezwecke haben wir eine Vorserie in Produktion und sehr viele Custom Boards gemacht. Die Slalomboards und das Formula ist auch bei der IFCA und PWA angemeldet und ist für die Teilnahme an allen Wettkämpfen erlaubt. In den meisten europäischen Ländern sind unterdessen ein paar PATRIK Boards am Start, ebenso in Japan und den USA. Auf der PWA Tour wird Karin in allen Disziplinen, Dany Bruch im Wave und ich im Slalom und Speed antreten."


Patrick Boards / Diethelm & Jaggi

Erste Eindrücke: In Deutschland hat Teamrider Henning Terstiege, das Patrik Trailer-Wave schon gefahren. (Bitte nehmt diese Eindrücke als Tendenz, nicht als Test, denn Henning ist Teamrider.)

"Hanstholm, 2m Welle, sideshore, 5.0 Gaastra Manic und TrailerWave85 mit Trailer-Setup:
Man steigt auf und ist als erstes völlig überrascht von der Beschleunigung. Aus dem Stand geht es direkt in die Schlaufen und in volle Gleitfahrt. Angleiten kennt das Board nicht. Es steht oder es fährt.

Auf der ersten Welle die nächste Überraschung: Das Board fühlt sich sehr viel kleiner an, als es ist. Aufgrund der sehr kompakten Outline und dem dünnen schmalen Heck, meint man ein 75l Board zu fahren.

Die Landungen von Sprüngen sind aufgrund der breiten Nose etwas härter als gewohnt, durch das Kabbelwasser fährt man aber gewohnt ruhig, wie schon auf Patriks Rebel von F2. Man steht etwas breiter und sehr aufrecht auf dem Board. Es will im Turn etwas flacher angekantet werden, als ich das von anderen Boards kannte.

Das ist eine kleine Umstellung, wird dann aber nach 2,3 Versuchen mit den flüssigsten Turns belohnt, die ich mir von einem 85l Board vorstellen kann. So schnelles Umkanten vom Bottom- zum Topturn habe ich selber noch nicht erlebt. Wow!


Mit Trailerfinne liegt das Board ruhiger in der Kurve als nur mit den Twinsern. Mit 2 Finnen und freier Centerbox mutiert das Trailerwave bei kleineren Wellen zum Skateboard. Sliden und Rutschen in alle Richtungen, Takas, kleine Snaps, wilde Richtungsänderungen den Mini-Wellen, alles kein Problem.

In weiten Turns ist dann allerdings Fußspitzengefühlt gefragt, aber das ist auch ganz normal, wenn man die Finnenposition ins Extreme treibt. Das Board ist mit seinem variablen Trimm ein echter Gewinn für vielseitige Waver, die sich oft mit wechselnden Bedingungen herumschlagen müssen.

Als Singlefinne für fette Sprungsessions kann jede gute Wavefinne z.B. eine MFC Goya benutzt werden. Ich persönlich fand das Springen aber auch mit Trailerfinne ganz hinten gar nicht schlecht. Der Fokus liegt aber klar auf Wendigkeit und Drehfreude auf der Welle."

Torsten Mallon fuhr auf den Slalom-Boards in Deutschland in diesem Jahr über 44 Knoten und lobt die Kontrollierbarkeit bei überpower und den Speed.


Wir sind gespannt, wie die Story weitergehen wird.

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