Slalom-Training - Countdown zur IFCA WM
 SLALOM TRAINING 
  Countdown zur IFCA WM auf Sylt  
Zur Vorbereitung auf die IFCA Slalom Weltmeisterschaft auf Sylt wurde in Heidkate kräftig trainiert. Philipp E. Kümpel war dabei und schildert uns die Eindrücke des Trainings, zu dem sich auch Vincent Langer und andere Slalomfahrer einfanden.

Wie machen die das? Warum werde ich überholt? Warum stehen die ihre Halsen?

Fragen über Fragen stellen sich Surfern, wenn man Slalom-Profis zuschaut. Das Geheimnis liegt nicht unbedingt im Material. Es liegt im Training und der Trainingsvorbereitung. Klar - Sommerbodys werden im Winter gemacht, sprich im Winter geht es ins Fitnessstudio. Wer Zeit und Geld hat fliegt im Winter auch in windsicherer Reviere.

In dieser Woche wird auf Sylt um den Weltmeister- und DM-Titel gesurft. In wenigen Tagen wird sich zeigen, wer fit ist und wer das Quäntchen Glück hat, um auf der Ziellinie vorne zu sein.
In diesem Jahr werde ich nicht nach Sylt kommen, da ich mir in der letzten Woche beim Halsentraining eine Rippe gebrochen habe. Trotzdem war ich an den zurückliegenden Tagen in Heidkate bei Kiel auf dem Wasser

Dort tat sich wunderliches. Von Tag zu Tag kamen mehr Slalompiloten an den Strand und besonders der Nachwuchs drängte aufs Wasser.

Für Vincent Langer, den Deutschen Windsurfmeister, ist dies sein Homespot. Vielleicht hat die Beschaffenheit dieses Spots auch einen kleinen Anteil an seinem Erfolg?

Es ist gar nicht so einfach hier Slalom zu surfen. Teilweise ist das Wellenbild chaotisch, oder Seegras erschwert das Fahren. Doch wer hier klar kommt, hat es an anderen Spots leichter.
Slalom-Training - Countdown zur IFCA WM
Doch wie trainieren die Slalompiloten? Zunächst wird das Surfmaterial akribisch aufgebaut. Da ist kein Kratzer an der Finne, kein Tampen weist irgendwelche Macken aus. Die Fußschlaufen sind perfekt eingestellt und mehrere Riggs und Boards liegen am Strand.

Zunächst werden nur kurze Schläge gefahren um immer wieder das Material neu abzustimmen. Es werden Finnen getauscht oder die Mastfußposition geändert. Finden die Fahrer optimale Positionen oder Materialkombinationen, werden Markierungen am Gabelbaum oder der Mastspur gemacht. Einige Fahrer haben auch kleine Notizbücher, in denen sie alles notieren.

Doch warum der ganze Aufwand? Das Boards und die Segel verschiedener Hersteller unterscheiden sich in ihrem Speed nur minimal. Daher gilt es alles optimal abzustimmen, um beim Rennen den Kopf komplett frei zu haben. Zweifele ich im Rennen an meiner Finnenwahl oder dem Trimm, habe ich schon verloren...
Viele junge Slalomfahrer profitieren von der Erfahrung Vincent Langers. Gerade Moritz Bochnia hat es in Deutschland sehr weit an die Spitze gebracht. Er und die anderen Nachwuchsfahrer trainieren oft zusammen.

Dabei werden einige Bojen ausgelegt und die Kurse immer wieder abgefahren. Gerade das Halsen in einem Pulk von acht oder mehr Fahrern muss ständig geübt werden. Ich selbst habe an der Halsentonne immer wieder Angst, dass der Vordermann stürzt und ich damit auch eine Schwimmrunde einlegen muss.

Das Training in dieser Gruppe hat viel Spass gemacht. Es bleibt spannend, wer auf Sylt das Rennen machen wird. Gut vorbereitet sind alle.
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