SOS - Ortung per Handy & App
Früher waren Leuchtraketen und Rauchfackeln das Mittel der Wahl, um auf einen Seenotfall aufmerksam zu machen. Handys mit GPS übernehmen den Job heute meist zuverlässiger.

Oft sind es Kleinigkeiten, die einen Seenotfall auslösen. Ein gebrochener Mastfußzapfen oder ein Krampf im Oberschenkel können schon ausreichen, um aus einer vollkommen harmlosen Situation eine lebensbedrohliche Lage zu machen. Sind andere Surfer in Ruf- oder Sichtweite, kann die Situation meist schnell gelöst werden. Anders sieht es aber aus, wenn niemand den Windsurfer in Not sieht oder hört.

Rauch- oder Leuchtraketen sind für Windsurfer suboptimal, da der Transport Risiken birgt und die Mitnahme am Körper nicht die erste Wahl ist. Da Windsurfer sich meist in wenigen Kilometern Entfernung zum Ufer aufhalten gibt es allerdings eine gute Alternative: Mobilfunk.

Wir haben zur Kontrolle der Netzabdeckung die aktuellen Karten der Netzbetreiber angesehen. Bei der Telekom fiel auf, dass die im Netz einsehbare Karte eine Abdeckung auf See nicht anzeigt, während zum Beispiel Vodafone dies recht genau angibt. Eine Nachfrage bei der Telekom ergab jedoch, dass dies der Kartendarstellung geschuldet ist. „Wie bei den anderen Netzanbietern reicht die Versorgung mehrere Kilometer ins Seegebiet.“ teilte Telekom-Pressesprecher Dirk Wende mit.

Notrufhandy mit GPS Ortung ab 50 Euro
Es gibt für verhältnismäßig günstige Preise (um 50 Euro) sehr kleine Notrufhandys. Diese Modelle sind kaum größer als eine Kreditkarte und können, wenn sie in einem Wasserschutzbeutel untergebracht sind, auch auf dem Wasser genutzt werden. Es gibt ‚echte‘ Tasten, inklusive Tastatursperre, die auch noch mit kalten Fingern bedient werden können.

Setzt man über ein solches Handy ein Notruf ab, wird an bis zu 5 Kontakte eine vorgefertigte SMS mit den Positionsdaten gesendet. Sollte das Gerät es nicht schaffen, die GPS Satelliten anzupeilen, wird eine ungefähre Standortbestimmung über die GSM Sendemasten vorgenommen.

Die Telefone schalten nach Betätigung der Notruftaste in einen automatischen Gesprächsannahmemodus. Der in Seenot befindliche Windsurfer muss nichts zur Anrufnannahme beitragen. Ebenfalls wird auf Freisprechen geschaltet. Das Telefon arbeitet dann mit maximaler Lautstärke. Erfolgt jedoch innerhalb einer vorgegeben Zeit kein Rückruf von den Kontakten, wird automatisch vom Telefon im Freisprechmodus die 112 gewählt, sodass der Notruf auf diesem Weg abgegeben werden kann.

Bei den Modellen gibt es jedoch gravierende Qualitäts-Unterschiede. Aufgrund der Produktvielfalt und der schnellen Produktzyklen können wir kein Modell speziell empfehlen. Wir raten dazu, nach einer Eigenrecherche bei einem großen Anbieter ein Telefon zu kaufen und bei Nichtgefallen innerhalb der gesetzlichen Frist von 14 Tagen zurückzuschicken. (Eine Google Suche „Notruf Handy GPS“ führt zum Beispiel zum Simvalley Pico RX-486.)

Seenotretter App kommt noch in 2016
Wer ein hochwertiges Smartphone einsetzen will, für den wird sich die App der DGzRS eignen, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Antke Reemts von der DGsRS dazu: „Die App sendet zu einem vorgegebenen Zeitpunkt eine Notfall-SMS an einen selbst eingegebenen privaten Notfallkontakt, wenn der Nutzer überfällig ist. So lange das Handy im Netzabdeckungsbereich ist, wird die Position an einen Server gesendet, auf den die Seenotleitung Zugriff hat.“

Website: www.safetrxapp.com