Surf Skates

Surf Skates

Mit Surf Skates stellt sich auf Asphalt ein echtes Wellenreitgefühl ein. Der Surfstil lässt sich durch die spezielle Vorderachse faszinierend gut umsetzen.

Oktober. Göttingen liegt unter einer grauen Wolkendecke. Das Meer ist weit weg und die Temperaturen sind mützentauglich. Eine gepflegte Herbstdepressions scheint unter diesen Umständen angebracht, aber die Mundwinkel zeigen stattdessen steil nach oben. Das liegt an einem eigentlich unscheinbaren Skateboard, das die triste Asphaltfläche am Güterbahnhof gefühlt in ein Wellenparadies verwandelt.

Das Board, das uns vorgaukelt einen Wellenreiter unter den Füßen zu haben, verfügt im Vergleich zu herkömmlichen Skateboards über ein alles veränderndes Zusatzgelenk vor der Vorderachse. In diesem Fall ist es ein Board der Marke YOW. Ähnliche Konzepte kommen zum Beispiel von Carver, Smoothstar oder Swell Tech. Über das Gelenk kann sich die Achse extrem verdrehen. Der Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse, die Achsbreite und die Kraft der Rückstellfeder des Zusatzgelenkes definieren die Dreheigenschaften des Boards.

Surf Skates

Während bei einem herkömmlichen Skateboard die Neigung des Decks den Kurvenradius bestimmt, lässt sich bei den Surf Skatern durch eine Körperdrehung wie beim Wellenreiten der Radius weiter beeinflussen. Auch das wellenreittypische Pumpen funktioniert so gut, dass nach einiger Übung auf einer ebenen Fläche die Geschwindigkeit komplett aus der Pumpbewegung geholt werden kann. Das fühlt sich dann fast an, als hätte das Board einen eingebauten Motor.

Wer rudimentäre Skate-Kenntnisse hat und Windsurfer oder Wellenreiter ist, sollte so ein Board nach wenigen Minuten in gemäßigter Fahrt halbwegs beherrschen können. Selbst bei geringen Geschwindigkeiten stellt sich das Surf-Gefühl und der Genuss enger Turns sofort ein.

Surf Skates

Wichtig ist allerdings die Fußposition. Der vordere Fuß muss vor allem zu Beginn unbedingt hinter der Vorderachse stehen. Steht der Fuß zu weit vorn, reagiert die Achse zu sensibel, was zu unangenehmen Stürzen führen kann. Der hintere Fuß steht auf oder hinter der Hinterachse, wobei die Hinterachse in etwa den Finnenbereich eines Wellenreitbords darstellt.

Ein 31“ Board ist bei YOW recht sensibel, ein 34“er war im Test schon wesentlich zahmer. Die YOW Trucks lassen aber von Haus aus verschiedenen Positionen zu und per Umrüstset kann eigentlich jedes herkömmliche Skateboard umgebaut werden. Die Preise für ein Komplettboard liegen zwischen 260 und 300 Euro. Ein Test im Shop hilft bei der Entscheidung auf jedem Fall.

Fazit: Die Surf Skates lösen das Versprechen von Surfen auf Asphalt ein und sollten eigentlich von jeder Krankenkasse als probates Mittel gegen Winterdepressionen zur Verfügung gestellt werden.