Playa de Las Américas
Playa de Las Américas
Tiefdruckwind von links

In der vergangenen Woche wurden die Kanaren von einem Tiefdruckgebiet eingenommen. Heftiger Niederschlag und lang andauernde Unwetter sorgten für Überflutungen, das Regenwasser aus den Barrancos spülte ganze Strandabschnitte hinfort und verwandelte das Meer rund um die Insel in eine braune Suppe.
Wenige Tage zuvor, als sich das Unwetter schon über dem Atlantik zusammenbraute, sorgte ein frischer Wind aus Südost für eine ungewöhnliche Belüftung im Südwesten der Insel.

Dort liegt Playa de las Américas, eine riesige Feriensiedlung, und mittendrin der Windsurfspot Fitenia.
Playa de Las Américas
Wind aus dieser Richtung ist hier keineswegs ungewöhnlich, denn immer wenn mit dem Calima ein warmer Ost- bis Südostwind sandige Luft vom afrikanischen Kontinent auf die Kanaren weht, dann kann man in Fitenia sein Segel aufriggen. Der Calima weht allerdings meist mit unter 11 Knoten. Die Geografie im Hinterland des Spot sorgt für eine ordentliche Verstärkung, so dass man nicht selten bei 5-6 Windstärken aufs Wasser geht.
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Was würde also bei Tiefdruckwind aus Südost passieren, der von sich aus bereits mit 5-6 Beaufort anrückt?

So einiges, wie der 9. und 10. Dezember 2013 zeigte. Zum einen die Brandung. Wellen deutlich über zwei Meter, die sich sauber nach links abreiten ließen. Das ganze bei Sideshorewind fürs 4er Segel.
Am ersten Tag mit 8er Böen, einen Tag später dann etwas moderater mit 6-7 Beaufort. Unter Land zwar sehr böig, deshalb weniger gut zum Springen, aber Sahnebedingungen zum Abreiten. Besser hat man diesen Spot sicher selten erlebt.
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Vor dem Weg aufs Wasser muss man allerdings erst das Parkplatzproblem bewältigen. In Las Americas ist tagsüber die Hölle los und unzählige Auto kreisen auf der Parkplatzsuche durch die Straßen.

Der Spot Fitenia liegt vor der ersten großen Mole zwischen Las Americas und Los Christianos, eine Sackgasse zwischen den beiden Hotelanlagen Parque Santiago III und IV führt genau zum Spot.

Dort herrscht zusätzlich ein reger Anlieferungsverkehr. Hier hilft meist nur Parken in zweiter Reihe und ein wachsames Auge für abfahrende Fahrzeuge haben.
Dem Parkplatz-Stress kann man leicht entgehen, wenn man ein ca. 400 Meter entferntes Parkhaus nutzt. Material abladen am Spot, am ersten Kreisverkehr rechts, die Einfahrt zu einer Tiefgarage liegt dann direkt links im nächsten Kreisverkehr.

Parken kostet dort ca. 1,50 EUR pro Stunde. Gerade wenn es mal wieder voll ist, sind das Peanuts angesichts der Zeit, die man dafür früher auf dem Wasser sein kann.
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Hürde Nummer zwei ist der Weg ins Wasser. Strand? Fehlanzeige, der Spot liegt direkt an einem Riff.

Bei Ebbe muss man das Material relativ lange durch knietiefes Wasser schieben, da immer wieder Felsen in Finnentiefe auftauchen. Nur bei Flut kann man entspannter aus einer Bucht starten.
Der böige Wind unter Land macht das Windsurfen hier nicht einfach, denn ohne Winddruck im Segel wird man von der Brandung auf die in Lee liegende Riffplatte gespült.

Mehr Infos zu diesem Spot findet ihr unter: www.spot-explorer.com
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