Sylt

PEACE LOVE SYLT
Ein Wochenendausflug nach Sylt

Am 17. August eröffnete die SUP Weltmeisterin Sonni Hönscheid auf Sylt ihre erste Kunstausstellung - farbenfrohe Werke, detailreich auf Leinwand, Finnen und Surfboards gezaubert, machten uns neugierig. Da an genau diesem Wochenende auch Wind aus Südwest über die Insel fegen sollte, gab es direkt zwei Gründe für einen Besuch.

Am Samstag Abend war die 'Galerie im Kaamp-Hüs' in Kampen die Location der Vernissage. Sektempfang, kaltes Buffet und jede Menge altbekannte Gesichter - selbstverständlich war auch Familie Hönscheid komplett aus Fuerteventura angereist, um der Ausstellungseröffnung beizuwohnen. Sonni begrüßte strahlend alle Gäste, die kurz darauf in mehreren Räumen ihre Werke beäugten.

Kräftige Farben und Kontraste, schwungvolle Linien, maritime Motive und kleinere Collagen gab es zu sehen. Auch Strandgut wurde gelegentlich integriert. So auch bei einem Werk mit abgebrochenen Windsurffinnen. Die nach Jahren im Wasser mit Muscheln und Seepocken überwachsenen Leitwerke fischte Sonni von einem Riff vor Maui, ließ den Seepockenbewuchs bestehen und kreierte mit speziellen Farben ein lebendiges Design auf die freie Oberfläche.

Auch Skate- und Wellenreitboards sind inzwischen mit ihren Werken verziert. Windsurf-Legende Jürgen Hönscheid legte ein speziell bedrucktes Dekor-Fließ in die Northshore Custom Boards, so dass Sonnis Werke auch auf dem Wasser strahlen können. So finden ihre vom Surf-Lifestyle inspirierten Motive den Weg zurück aufs Meer.



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Die Werke kamen gut an, gleich zwei Leinwände fanden in der ersten Stunde einen kunstbegeisterten Abnehmer. Klar, dass uns auch die Preise interessierten: 450 bis über 4000 Euro muss man für die Werke investieren.

Sonni erklärte uns auch ihre Maltechnik, ihre Designs entstehen in meist einwöchiger Arbeit mit speziellen Malstiften, deren Farbe später mit Klarlack auf der Leinwand fixiert wird. Einige Eindrücke der Bilder findet ihr auf unseren Fotos.
Einen Tag später wehte es dann sideshore bis schrägauflandig am Brandenburger Strand. Abseits von DWC und World Cup hatten wir den Spot in Westerland nicht oft gesehen, waren also gespannt auf die Bedingungen nach den erneuten Sandaufspülungen.

Südwind bedeutet meistens Regen, so war es auch an diesem Morgen. Dafür donnerte der berühmt-berüchtigte Shorebreak bereits kräftig auf den Strand. Bei Hochwasser sind die Wellen weiter draußen eher rund, was am steil abfallenden Ufer liegt.


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Erst etwas weiter nördlich befindet sich vor der Rettungsstation eine vorgelagerte Sandbank, die die Wellen auch bei hohem Wasserstand zu einer überbrechenden Dünung formt. Hier findet man ab und zu eine steile Rampe.

Unter Land geht es dagegen nur ums Abreiten: Backside - Frontside - Boom... mehr lässt der Shorebreak nicht zu. Immer im Auge haben sollte man die Buhnen, die sich in kurzen Abständen ins Meer erstrecken und am Strand durch gelbe Kreuze gekennzeichnet sind.

Der World Cup Spot am Ende der Strandpromenade von Westerland ist beliebt bei Wellenreitern, was das Windsurfen leider ziemlich erschwert - bei guter Brandung sitzt fast immer jemand im Weg. Um niemanden zu gefährden, und selbst mehr Wellen zu erwischen, kann man einfach ein paar Meter nach Norden ausweichen und dort den Shorebreak bearbeiten.

Springen ist dicht unter Land fast nicht möglich, da bei sideshore wehendem Wind der Anlauf zu kurz ist. Hier muss man auf steile Dünung weiter draußen hoffen. Beste Tide zum Windsurfen ist die Flut, da bei auflaufendem Wasser die Wellen kraftvoller brechen. Gute Bedingungen findet man dann an der vorgelagerten Sandbank.


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Da die vorherrschende Windrichtung Südwest bis West ist, weht es am Brandburger Strand fast immer auflandig. Der bei aufziehenden Tiefdruckgebieten einsetzende Südwind weht zwar sideshore, aber oft zu schwach und böig. Gute Surftage mit sideshore Wind von links sind also selten.

Der Parkplatz hinter der Düne kostet 1 Euro pro Stunde, für die Kurkarte (Strandzugang) werden 3,50 Euro fällig. Wer Glück hat, kommt im Neo auch so durch. Wer per Autozug anreist, bezahlt 88 Euro pro Fahrzeug (bis 6 Meter Länge) für die Hin- und Rücktour. Camping ist eine günstige Alternative zum Apartment, auf dem Dünencampingplatz südlich von Westerland kostet die Nacht für zwei Personen im Surfbus samt Kurkarte um die 26 Euro.

Windsurfspots mit Flachwasser findet man auf der Wattenmeerseite der Insel. Das Stehrevier am Ellenbogen im Norden (Zufahrt 5 Euro) oder der Spot am Leuchtturm von Hörnum sind gut geeignet für Einsteiger. Zeit fürs Checken anderer Spots war an diesem Wochenende leider nicht mehr, aber Windsurfen ist auch an anderen Strandzugängen im Norden und Süden der Insel möglich.

Die Ausstellung von Sonni Hönscheid könnt ihr übrigens noch bis zum 6. Oktober in Kampen besuchen. Der Windsurf World Cup findet in diesem Jahr vom 27. September bis zum 6. Oktober statt, es gibt also insgesamt einige gute Gründe für einen Abstecher auf die Nordseeinsel.