Dänemark

"Check it out baby, check it out y'all. I was born to roll..." erklingt es aus den Lautsprecherboxen unseres Kombis, als wir Kiel in Richtung Nordjütland verlassen.

Der 48-jährige "Masta Ace", eine Hip Hop Legende aus New York, gab am Abend vor der Abreise ein Konzert in Kiel und bewies wieder einmal, dass er der Chef im Ring ist.

Beeindruckt von der Performance und zugleich ziemlich geschafft von dem langen Abend, fuhren wir als erstes Agger an. Je weiter wir in den Norden vordrangen, desto schlechter wurde das Wetter. Wir versuchten uns den angekündigten Regen mit der guten Vorhersage schön zu reden und dass es ja gar nicht so schlimm sei, weil wir eh viel im Wasser sein würden.

In Agger angekommen sah es nicht berauschend aus, so dass wir um 18 Uhr im Kombi lagen, um den fehlenden Schlaf der letzten Nacht nachzuholen.

Der Freitag begann so, wie der Donnerstag aufgehört hatte - mit Regen. Zur Freude unserer bereits leicht feuchten Kleidung war es jetzt jedoch kein Nieselregen mehr, sondern Dauer- bis Starkregen. Nachdem wir einmal zum Strand vorgelaufen waren, war nun auch der letzte Fetzen Stoff am Körper nass.

Da wir natürlich unglaublich gut vorbereitet losgefahren waren, hatte jeder von uns auch Wechselkleidung dabei - Nicht! Damit war die Laune jetzt schon mal etwas gedämpft. Da der versprochene Wind auch noch nicht angekommen war, zogen wir uns in unser Hauptquartier, ein Auto vollgestopft mit Material, zurück.

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Der Wind ließ jedoch nicht lange auf sich warten, so dass wir doch noch surfen gehen konnten. Die Wellen waren in Agger trotz des schwachen Windes gar nicht mal so schlecht!

Am Abend suchten wir uns einen Schlafplatz und hofften, dass am Samstag endlich die Sonne scheinen würde. Wir wollten unsere Sachen trocknen, weil es den ganzen Freitag inklusive der Nacht auf Samstag durchgeregnet hatte.

Am Samstagmorgen schien tatsächlich die Sonne! Wir krochen aus dem Kombi und blieben einige Minuten in der Sonne stehen, um festzustellen, dass diese für Ende Oktober immer noch sehr viel Kraft hatte.

In diesem Augenblick erinnerte ich mich an den Film "North Of The Sun", in dem zwei Surfer den Winter im nördlichsten Norwegen verbringen und drei Monate kein Sonnenlicht sehen.

Uns reichten schon eineinhalb Tage im Kombi bei Regen, um erste Anzeichen einer Depression zu bekommen. An dieser Stelle zollen wir unseren Respekt vor Inge Wegge & Jörn Ranum, die dieses Experiment gewagt haben.

Diesen absolut sehenswerten Film kann man sich übrigens kaufen oder ausleihen unter: vimeo.com/ondemand/northofthesun

Am Samstag trafen wir in Nörre auf Sebastian und Dominik, die gerade auf den Parkplatz gefahren waren. Nach einem kurzen Blick über die Düne wurden hektisch die Anzüge angezogen und den restlichen Tag gesurft.

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Ein Blick am Sonntagmorgen auf das Muschelriff ließ die Gesichter vorerst versteinern. Eigentlich hatten alle insgeheim mit einem fetten Tag in "Cold Hawaii" gerechnet, danach sah es gerade aber nicht aus. Schräg ablandiger Wind und kleine chaotische Wellen ließen das Riff nicht gerade einladend wirken. Daher nahmen wir die Einladung von Oli & Naddi mit ihnen im Bus zu frühstücken dankend an. So ein Bus ist schon was Feines!

Danach sollte es dann doch noch aufs Wasser gehen und es wurde über den Tag stetig besser, so dass Bo freundlicherweise nochmal die Kamera draufhielt.

Durch die Zeitumstellung ging es dann relativ früh wieder Richtung Kiel. Eigentlich hat Klitmöller den Namen "Cold Hawaii" doch mehr als verdient, man kommt im Herbst nahezu jeden Tag irgendwo, irgendwie aufs Wasser. Über das Wetter darf man sich eigentlich nicht beschweren... es heißt ja nicht umsonst "COLD Hawaii".

Auf dem Rückweg nickten die Köpfe freudiger und stärker zu Masta Ace als auf dem Hinweg und dies lag nicht nur an der Müdigkeit...