Australien
Marco Lufen zog es in diesem Winter nach Westaustralien, wo er zusammen mit Dieter van der Eycken die Spots rund um Perth erkundete.

Nach einem kurzen Boxenstopp in „good old Germany“ ging es im Dezember endlich nach Australien, in das Land der Extreme. Nach einer gefühlt fünftägigen Anreise kam ich in der Metropole Perth, im Westen Australiens an und am Flughafen erwartete mich mein belgischer Trainingspartner Dieter van der Eycken, mit dessen Bus wir die nächsten vier Wochen reisten.

Die Zeitumstellung machte sich bereits in der ersten Nacht bemerkbar, so dass ich auf eine ganze Stunde Schlaf kam. Das war aber erstmal nicht schlimm, denn die ersten beiden Tage verbrachten wir in Perth. Dann war es Zeit zum Aufbruch.

Zuerst mussten wir sieben Bretter und 16 Segel in unserem Ford Economy Van verstauen. Das war in schlappen sechs Stunden erledigt, danach brachen wir Richtung Lancelin auf.
Lancelin ist ein Spot, der sich nur 200 Kilometer nördlich von Perth befindet. Der Ort ist für den jährlich größten australischen Wave- und Slalomevent bekannt, den „Lancelin Ocean Classic“. Nach der ersten Freestyle-Session in der Lagune kam ich wie ein Krebs aus dem Wasser, obwohl ich Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 aufgetragen hatte.

Am Abend gönnte ich mir dann mein erstes australisches Bier. Lausige 11 Australische Dollar kostete das Gebräu! Es war durchaus erfrischend, doch 11 Dollar wären auf Dauer definitiv ein bisschen viel für einen armen Studenten...

In Lancelin verbrachten wir drei Tage in einer Strandvilla eines Kumpels von Dieter und nach drei Eingewöhnungstagen ging es dann richtig los... Also so richtig los.

Australien
Australien, Australien wir kommen!
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Perth fuhren wir weiter in Richtung Süden. Der Wind schwächelte, so dass Margaret River nicht funktioniert - wir konzentrierten uns deshalb auf's Wellenreiten. Wir surften in Yallingup, dem Homespot von Wellenreitprofi Taj Burrow. Ich surfte die besten und längsten Wellen meines Lebens. Es war unbeschreiblich, der Hammer!

Dort trafen wir dann auch Tilo Eber, Alex Seyss und weitere Banausen, mit denen wir ein paar fette Tage verbrachten. Nach drei Tagen purer Wellenreitaction und Cutbacks und Air Reverse Manövern, wie die von John John Florence (das glaubten wir zumindest) war die australische Windmaschine "Back in the Game" und wir fuhren geschmeidige 900 Kilometer wieder Richtung Norden nach Geraldton, wo unser Ziel der Coronation Beach war.
Es ist ein Spot, bei dem jedem ambitionierten Freestylepiloten der Atem wegbleibt. Es gibt Wind von links, der meistens für Segel um 4,8 perfekt ist. Dazu rollen kniehohe Wellen frontal in die Bucht. Außerhalb der Lagune liegt ein vorgelagertes Riff, wo bei gutem Swell eine schöne Welle läuft. Die Brecher reichen nicht nur zum Springen in das zweite Stockwerk, sondern sind auch gut zum Abreiten geeignet.

Der Wind setzte meistens gegen Mittag ein, so dass man einen entspannten Morgen hat und sich seelisch und moralisch auf die vorstehende Session vorbereiten kann.

Wir verbrachten eine Woche in Coronation Beach und nächtigten im Haus von BIG MAMA, einer netten australischen Dame, die Dieter - aus welchen Gründen auch immer - vor ein paar Jahren kennen gelernt hatte. (Keine Sorge wir waren keine Toyboys…)

Australien
Es war ein super Spot mit Hammer-Bedingungen! Sehr empfehlenswert. Nach einer Woche schlief der Wind im Norden von Westaustralien leider ein und wir hatten die Chance Esperance zu scoren! Es ist ein Revier, das nicht jeder Windsurfer kennenlernt. Der Wind ist normalerweise sehr unbeständig zu dieser Jahreszeit, aber komischerweise war dies bei unserem Aufenthalt nicht so und die Vorhersage sah gut aus, solange die Wetterfrösche in die Zukunft gucken konnten. Aber was ist heute schon normal, bei den Wetterphänomenen die man so auf dieser Erdkugel mitbekommt.

Esperance hat karibikähnliche Wasserfarben und bietet eine traumhafte Kulisse für Fotos. Einen Haken hat die Sache allerdings. Das Tierleben im Wasser ist ebenfalls aktiver als im Norden. Es gibt große Fische, sehr große Fische. Wirklich sehr, sehr große Fische: HAIE!!!!
Haie im Wasser sind sicher der Traum eines jeden Surfers! „Verspielte lustige Tiere... ach der tut schon nichts... der guckt erstmal nur und umkreist seine Beute“, beruhigten wir uns.

Nachdem mein Travelbuddy Dieter aber einen 4 Meter langen Weißen Hai neben uns gesehen hatte, blieb uns der Atem stecken und alle gingen erstmal vom Wasser. Für mich war es heftig, aber den Australiern scheint dies nicht wirklich etwas auszumachen.

Nach einer halben Stunden waren die wieder auf dem Wasser und es wurde fröhlich weitergesurft. Naja, ich machte mir immer noch in die Hose und es dauerte zwei Stunden, bis ich das Wasser wieder betrat. Alles in allem war es dennoch eine gelungene Session und wir hatten unseren Spaß!
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Durch die Aufruhr mit unserem Copiloten im Wasser vergaß ich jedoch, dass ich meinen Schlüssel um den Hals hängen hatte. Dieser war dann natürlich weg und unser Sharky freut sich bestimmt über eine Kette um den Hals (auf dem Bild oben ist allerdings ein Delphin zu sehen und der hatte den Schlüssel definitiv nicht).

Für die nächsten zwei Tage war somit erstmal hängen im Schacht angesagt, da dies unser einziger Schlüssel war und das Auto durch einen „Immobilizer“, eine magnetische Wegfahrsperre, die das kurzschließen nicht erlaubte, geschützt war. Durch einen Panzerknacker Trick konnten wir aber die Wegfahrsperre aus dem Stromkreis entfernen - unser Auto konnte so gestartet werden... Danke Niko ;) Easy!

Als der Wind wieder schwächer wurde, fuhren wir wieder Richtung Geraldton und legten einen kleinen Stopp in Perth ein. Dieter hatte noch drei Tage, bis er seine Heimreise antrat und somit stieg ich zu Freek in den Van. Freek ist ein Holländer, der ebenfalls mit uns seit zwei Wochen lang herumreiste.

In Gerladton trafen wir Sarah-Quita Offringa und den Fotografen Julian Robinet. Zusammen mit Sarah und Julian ging es dann nach Gnaraloo, dem Mega Wavespot. King Waves kill, hörte man die Leute immer wieder von Gnaraloo reden, anscheinend sollte es eine der längsten Wellen sein, die man windsurfen kann. Das bestätigte sich BIG TIME!
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Die Anreise hatte wieder australische Ausmaße: 900 km Strecke, davon 200 km Dirtroad, bewältigten wir schnell und erreichten unser Ziel bei 48 Grad im Schatten. Jeder wurde von 100 Fliegen umschwärmt, aber dafür gab’s die beste Welle! Ja was soll man da schon sagen.... nichts wie rein da!

Es war definitiv eine meiner besten Wavesessions und dann ging es auch schon wieder zurück. Aufgrund eines riskanten Fahrmanövers meinerseits, blieben wir auf dem Rückweg allerdings im Schlamm stecken. Das führte zu einer vierstündigen Buddeleinheit…
Die drei letzten Tage verbrachte ich in Perth bei einem sehr guten Freund und wir surften den Woodmanpoint, an dem zugleich auch ein Contest stattfand, an dem ich teilnahm und die Trophäe nach Hause bringen konnte...

GEIL!!
Adventure Pur!
Australien ich komme wieder!
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