Teneriffa Report - Januar 2016
Mit sommerlichen Temperaturen im Winter knüpft Teneriffa direkt an die Saison 1992 an. André Ludewig berichtet über den Januar auf der Kanareninsel.

Rückblick, Januar 1992: Langsam werden die Erinnerungen an meinen ersten Urlaubsaufenthalt auf der Insel wieder lebendig... Unser Lieblingssurfshop "Happy Wave" in Berlin organisierte für seine Kunden einen Teneriffa-Surfurlaub mit zwei 14-Tage-Durchgängen.

Die Jungs hatten El Médano im Jahr davor für sich entdeckt und schwärmten von traumhaften Bedingungen (O-Ton: Vierer Segel - jeden Tag!). So buchte auch ich mit großer Vorfreude in die zweite Belegung.
Die Teilnehmer des ersten Durchgangs trafen wir nach deren Landung am Airport mit braungebrannten, aber langen Gesichtern: "kein Wind!" Wir hofften, dass die Statistik auf unserer Seite ist, aber erlebten ebenfalls zwei heiße Wochen mit Wind nur für das ganz große Material.

Stationsleiter Klaus Gahmig erklärte uns damals, dass er solch eine merkwürdige Wettersituation mit den hohen Temperaturen und langfristigem Schwachwindpassat bis dahin noch nie erlebt hatte. Tatsächlich sollte das eine Ausnahme bleiben, die erst in diesem Winter ihre Wiederholung fand.
Teneriffa Report - Januar 2016
Während die letzten El Niño-Ereignisse im Fünfjahresabstand mit ständigen Tiefdruckgebieten und Regenfällen über den Kanaren aufwarteten, erleben wir gerade eine ganz andere Variante, nämlich die meiner ersten Teneriffaeindrücke. Wie bereits in den vergangenen Monaten konnten sich auch im Januar die Touristen über Temperaturen von um die 24 Grad bei schönstem Sonnenwetter freuen. Wie damals blies der Wind zwar konstant aus Nordost, blieb aber immer unter 20 Knoten. Schön für die Teilnehmer des allwinterlichen Slalomtrainings!

Tag für Tag ging es auf die Wettkampfbahn mit Startboot und ausgelegten Tonnen mit ab 8,6er Segeln. Vor allem die Schwergewichte wie Gunnar Asmussen sehnten sich aber zunehmend nach den 30 Knoten, die das Training im letzten Jahr dominierten.
Wir Waver hatten schon alle Hoffnung auf richtig Druck begraben, als die Vorhersagen für Ende des Monats doch reichlich Wind prophezeiten.

So durften am 28.1. tatsächlich mal wieder die Viersiebener ans Tageslicht und wir rippten die kleinen Wellen, als wäre es ein Bigday. Auf dem Wasser trafen wir dann mal wieder altbekannte Locals und Freunde von der Ostsee, wie Oskar Holmann, Martin Hartmann und Dieter Eckert.

An den nächsten drei Tagen überschlugen sich die Ereignisse: Die Wetterdienste sprachen von 30 Knoten in Böen, aber es ballerte aus allen Rohren! 3,6 war das Tuch der Wahl und selbst die Slalomhünen turnten mit dem Vierer in den Wellen. An den letzten beiden Tagen drehte der Swell auch noch auf Nordost und alle waren endlich wieder einmal richtig glücklich.
Teneriffa Report - Januar 2016
Für die Statistik: Der Januar brachte 17 Slalomtage, an denen sich natürlich auch alle Kunden der Surfstationen über die Angebote an Leichtwindmaterial freuen konnten. Davon ging an vier Tagen etwas für's große Wavboard und 5,3er. Dann waren da noch die vier Hammertage am Schluss. Der Februar scheint an die Verhältnisse bisher anknüpfen zu wollen - die Vorhersagen zeigen weiterhin sommerliche Temperaturen mit schwachem Passat, der wieder in erster Linie die Slalompiloten erfreuen wird. Details vom Trainingsalltag gibt’s dann im zweiten Teil der Slalomgeschichte von Philipp Kümpel.
Teneriffa Report - Januar 2016
Teneriffa Report - Januar 2016
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