Teneriffa
Mit dem Bike über die Insel
Am nächsten Morgen wurden wir allerdings eines Besseren belehrt. Es herrschte Totenflaute in der Bucht von El Cabezo. Selbst die angesagten 8-9 Knoten waren nirgends zu erblicken. Also holten wir unsere Rennräder ab und machten uns auf die erste Erkundungstour über die Insel.

Teneriffa bietet unglaubliche Rennrad-Strecken, nicht umsonst trainiert Team Sky hier vor der Saison. Allerdings sind die meisten Strecken auch ziemlich anspruchsvoll. Mit Höchstgeschwindigkeit durch die Gegend zu bolzen ist hier eher weniger angesagt. Dafür sammelt man bei jeder Tour fleißig Höhenmeter – perfekte Trainingsbedingungen, die vor allem Flo entgegenkamen, der 10 Tage nach unserer Tour in London bei seinem ersten olympischen Triathlon an den Start gehen wollte. Insofern standen trotz des angesagten Windmangels alle Zeichen auf Go für eine gute und sportliche Zeit auf den Kanaren.

Letzten Endes entwickelte sich die Woche zu einer Art Triathlon-Trainingscamp. Jeden Tag war frühes Aufstehen angesagt, um bei noch erträglichen Temperaturen und annähernder Windstille die Räder zu satteln und ein paar Kilometer zu sammeln. Aus „ein paar“ Kilometer wurden dann teilweise 6 Stunden und 2.500 Höhenmeter. Insgesamt waren wir zweimal auf dem Teide, und am Ende der Woche standen ca. 500 km und gut 7.000 Höhenmeter auf Chris’ Radcomputer.

Wenn man aus El Médano abfährt, ist man ja wirklich auf Meeresniveau, so dass jeder einzelne Höhenmeter auch gefahren werden muss. Die Anstiege sind teilweise ziemlich happig, aber man wird mitunter mit wunderschönen Abfahrten auf einsamen Straßen mit verhältnismäßig guten Belägen belohnt. Rennradfahren lohnt sich hier definitiv – wenn man Lust hat, sich ein wenig zu quälen.

Nachdem die morgendliche Radrunde vorüber war, kam fast jeden Nachmittag ausreichend Wind, zumindest für Wobble&Ride Bedingungen mit dem besagten 5,2er Segel. Alternativ stand noch eine Runde laufen und/oder eine Stunde Schwimmen in der Bucht von El Médano auf dem Programm.

Als Trainingslager eignet sich Teneriffa tatsächlich ganz hervorragend und unser größtes Problem bestand darin, jeden Tag alle sportlichen Aktivitäten unterzubringen, bevor es abends wieder dunkel wurde und auch bei uns die Lichter relativ früh ausgingen.
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