WWT / PWA Aloha Classic 2026
Zwei Deutsche auf dem Podium
Was für ein Fest für die deutschen Windsurf-Frauen. Mit Lina Erpenstein und Maria Behrens schafften gleich zwei Surferinnen aus Deutschland den Sprung aufs Podium.
Regnerisch, grau und windarm präsentierte sich Maui am Donnerstag, als endlich die Frauen ihren Auftritt in Hookipa hatten. Die Bedingungen waren tricky, bei schwachem Wind bedeuteten Fehler einen Ausflug auf die Rocks.
Entsprechend vorsichtig ging es auf dem Wasser zu. Dabei wurde es trotzdem gleich zu Beginn äußerst spannend. Ultra-knapp, mit nur 0,2 Punkten Vorsprung schaffte Lina Erpenstein vor der Japanerin Natsuki Wakasa den Sprung in die nächste Runde. Maria Behrens gewann ihren ersten Heat, aber auch hier war der Punktabstand nicht hoch.
Dann trafen die beiden Deutschen im Halbfinale zusammen mit den beiden Belgierinnen Lisa Wermeister und Sol Degrieck aufeinander. Nur zwei Frauen konnten sich aus diesem Heat für das Finale qualifizieren. Lina gewann, Maria schaffte Platz zwei mit 0,21 Punkten Vorsprung vor Lisa Wermeister.
Aus der zweiten Halbfinalbegegnung qualifizierten sich Marine Hunter und die Veteranin Angela Chochran für das Finale. Dort ließ die Französin nichts anbrennen. Sie riskierte den Kontakt mit der Wellenlippe und sicherte sich mit einem Floater den Sieg. Lina Erpenstein und Maria Behrens reihten sich dahinter ein.
Die bis dahin Drittplatzierte der Weltrangliste, Marine Hunter, verbessert sich damit in der Weltrangliste und springt auf Platz zwei hinter Lina Erpenstein. Maria Behrens rutscht auf Platz drei ab.
Marine Hunter: “Das war harte Arbeit. Ich hatte keine Ahnung, ob ich gewonnen hatte, weil ich nur drei Wellen hatte, davon nur eine gute. Jetzt bin ich glücklich, aber ich stand erst einmal unter Schock.”
Lina Erpenstein: "Ich freue mich riesig, dass ich es ins Finale geschafft habe. Es war heute schwer, die nötige Kraft aufzubringen, aber ich war wirklich froh, dabei zu sein."
Waren die Bedingungen eines Finales würdig? Das war eine Frage, die sicher in vielen Köpfen gärte. Zwei Minuten vor dem Ende des Frauenfinales waren drei der vier Frauen mit ihrem Material schwimmend im Wasser unterwegs.
In der Männerwertung wurden die beiden Halbfinalbegegnungen ausgetragen. Überraschung: Marcilio Browne schaffte den Einzug ins Finale gegen Marc Paré Rico und Antoine Martin nicht.
In der zweiten Halbfinalbegegnung qualifizierte sich Bernd Roediger mit dem höchsten Score des Tages zusammen mit Morgan Noireaux für das Finale. Liam Dunkerbeck und Thomas Traversa schafften den Sprung ins Finale nicht.
Das Finale wurde zwar angepfiffen, wurde dann aber wegen unzureichender Bedingungen abgepfiffen. Robby Naish, kommentierte lakonisch, dass er das zwei Heats zuvor schon gemacht hätte, und schob auch die Option ein, dass man früher ein größeres Board und ein größeres Segel genutzt hätte, um Punkte einzufahren.
Marc Paré Rico: „Zu Beginn dieser Saison war ich mir nicht sicher, ob ich mir die Voraussetzungen schaffen könnte, einen weiteren Weltmeistertitel zu gewinnen. Es ist wirklich aufregend, aber ich versuche, nicht an den Titel zu denken. Ich möchte einfach nur mein Bestes geben und zeigen, was ich kann. Aber mein Ziel war es, bei der Aloha Classic ins Finale zu kommen.“
Der Tag endete, ohne das Finale fahren zu können. Damit steht im Hauptfeld nur noch das Männerfinale auf dem Plan, der hoffentlich am Freitag aufgehen wird.
30.10.2026 © DAILY DOSE | Text: Christian Tillmanns, WWT | Fotos/Grafiken: Fish Bowl Diaries, WWT | Translation: EN