Hilfe! Die Qual der Wahl

Hallo zusammen,

bin neu hier und hätte da mal eine Frage zur Boardwahl. Erstmal zu meiner Person. Bin 29 Jahre alt und wiege 95kg bei 188cm. Habe eine 12 jährige Surfpause hinter mir und bin letztes Jahr wieder auf den Geschmack gekommen und will mir nun eine eigene Surfausrüstung zulegen. Werde hauptsächlich auf Seen im Umkreis München und vielleicht ab und zu zum Gardasee fahren. Hab schon ein paar Bretter ausprobiert und bin zu dem Entschluss gekommen, dass so ca. 140l gut wären. Sollte halt noch Schotstart tauglich sein.
Folgende Bretter habe ich für einen Preis von 600-700€ gefunden. Vielleicht könnt ihr mir zu einem besonders raten oder habt noch ein paar andere Vorschläge.
Lorch breeze 142
Mistral Explosion 140
Fanatic Shark 145
RRD Z-Ride Wood 145
Tabou Rocket GT 145
Kann man mit diesen Brettern auch noch als fortgeschrittener Surfer Spass haben oder sind die dann zu groß?
Wie ist das eigentlich mit den angegebenen Segelgrößen für jedes Brett? Wie weit kann man davon abweichen?

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe.
Thema, 24.03.2009 08:13 von DOD
Antwort, 24.03.2009 09:44 von Niklas S.
KLar kannst du mit den Brettern auch später noch Spass haben, gerade, wenn du eher in Schwachwindrevieren surfen gehst. Die genannten Bretter sind alle tauglich, würde ich dann eher so Sachen wie Preis und Wiederverkaufswert entscheiden lassen.

Die genannten Segelgrößen sind meist schon sehr sinnvoll, aber oft auch ein bischen vom Herstekker übertrieben, um die Range größer erscheinen zu lassen. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du dei Angegebene Range nicht 100% ausnutzt.

Wenn es dir aber darum geht, ob du als Wiedereinsteiger auf einem Brett wo irgendwas von 6-9qm angeben ist, zum üben auch mal mit dem 5er fahren kannst?!? Das geht sicherlich, ist halt nur nicht ideal, aber zum wiederreinkommen sicherlich noch ok!!!

Gruß Niklas
Antwort, 24.03.2009 17:00 von Wolfman
Du schreibst nicht genau, wie gut du bist oder früher warst. Das macht Ratschläge etwas schwierig.

Ich kenne die genannten Boards nicht aus eigener Surferfahrung, aber aus Testberichten etc. im Zuge meines eigenen Neukaufs (hab dann ein JP X-Cite Ride 130 gekauft bei gut 75 kg). Von der Performance könnte sich die Reihenfolge so darstellen: Lorch - Tabou - RRD /Fanatic - Mistral.

Wenn dir der Schotstart wichtig ist, würde ich eher 145 Liter nehmen als 140.

Wenn du nicht schon sehr sicher in den Schlaufen und dazu ein sehr schneller Surfer bist, würde ich unbedingt darauf achten, dass das Board deiner Wahl auch eine für Schlaufenanfänger geeignete Schlaufenposition hat, d.h. recht weit innen. Wenn ich mich richtig erinnere, könnte das Lorch da problematisch sein, das RRD müßte die jedenfalls haben, bei den anderen in dieser Größe weiß ich es nicht so genau (das ändert sich manchmal auch mit dem Jahrgang). Wenn du dich für ein Board entscheidest, kannst du vielleicht ein Foto davon oder nen Link hier hereinstellen, dann schau ich gern mal.

Die angegebene Segelrange kannst du bei den von dir genannten Boards meistens auch ausnutzen. Auch kleiner ist normalerweise kein Problem, wenn der Wind nicht zu stark ist (wie Niklas auch schreibt - aber das dürfte für dich als "Schwergewicht" nicht das Problem sein, kommt eher bei Kindern oder kleineren Frauen vor). Allerdings brauchst du an der oberen Grenze der Segelrange oft eine größere Finne als die serienmäßige, an der unteren Grenze eine kleinere. Sonst luvt das Board mit dem großen Segel immer an, mit dem kleineren kannst du nicht mehr kreuzen. Da passen Segeldruckpunkt und Lateralpunkt des Boards nicht mehr zusammen. Mit den heutigen kurzen Mastschienen kannst du das nicht ausgleichen.

Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter.

HL - Wolfman
Antwort, 24.03.2009 19:49 von Knacki
Hi,
ich hab den Rocket mit 125 Litern und wiege ebenfalls 95 kg. Schotstart ist beim 125er auch mit 95 kg problemlos möglich. Bei der Wende sollte man die Brettseite schon schnell wechseln. Halsen bei wenig Wind vom Volumen her auch kein Problem. Bei mehr Wind sowiso nicht. Mit 145 Litern und einigen cm mehr Breite sollte es sowiso kein Problem sein. Mit dem Rocket bin ich super zufrieden. Zu den anderen kann ich nichts sagen.

Hang Loose
Gerd
Antwort, 25.03.2009 16:59 von DOD
Danke für die Antworten.
Zu meinen Fähigkeiten: Da ist nicht all zu viel da. Ich kann halt das Segel aus dem Wasser ziehen und so ne standard Wende und Halse bekomme ich auch noch hin. Bin aber hochmotiviert und hab kein Problem damit anfangs den halben Tag neben meinem Brett im Wasser zu verbringen. Ich will halt ein Brett an dem ich länger Spass habe.
Antwort, 25.03.2009 17:41 von Wolfman
Mit einem Brett von 145 Litern kannst du immer Spass haben auf den Seen, wenn nicht zu viel Wind ist. Das große Board gleitet schneller an und läßt sich mit größeren Segeln besser surfen als ein kleineres mit z.B. 125 Litern. Bis 5 Bft. hast du mit 145 Litern keinerlei Probleme, mit etwas Übung und deinem Gewicht dürfte es sogar bis 6 Bft. gehen.
Und für alle Manöver, die nicht nur im Gleiten gefahren werden, brauchst du bei deinem Gewicht in der Praxis auch dieses Volumen.

Klar geht auch Schotstart und Dümpeln mit 95 kg und 125 Litern, wie Gerd schreibt. Aber da hast du fast keinen Restauftrieb mehr (zu deinen 95 kg kommen 7-8 kg Boardgewicht, 8-10 kg Rigg sowie ein paar Kilo für Neo, Schuhe, Trapez usw.). D.h. du stehst meist im Wasser und drückst ständig Spitze, Heck oder eine Seite ins Wasser, das ist sehr mühsam und frustig. Ich hab 2007 mit gut 75 kg und einem 115 Liter Board große Probleme gehabt bei mäßigen Winden, hab mir deshalb dann das 130 Liter Board gekauft (zu meinem alten 149 Liter dazu).

Mein Rat ist deshalb eindeutig: ein gutes 145 Liter Board, da hast du ewig was davon. Wenn du dann mal Wasserstart kannst und auch ansonsten weiter bist und auch bei deutlich mehr Wind surfen willst, kannst du dir ein zweites Brett zulegen, das dann deutlich kleiner ist. Das 145er wirst du dann aber bei weniger Wind immer noch gerne surfen.

Dazu ist die Segelfrage auch noch wichtig. Bei deinem Gewicht und weil du auf Seen surfen willst, würde ich mal mit nem Segel von 7-7,5 qm (ohne Camber) anfangen, wenn der Wind 3-4 Bft. hat. Damit du geiten kannst, brauchst du sicher nen guten 4er, darunter kannst du Gleichgewicht, Manöver und Segelhandling in Verdrängerfahrt üben (mit nem 145er Board, nicht mit nem 125er). Kommst du mit dem Segel dann gut zurecht, kannst du dir für diese Windstärken ein 9-qm-Segel (mit Cambern - gleitet dann früher an, das Handling ist etwas mühsamer - evtl. an ne größere Finne denken) dazukaufen und das 7er bis 5 Bft. nehmen. Hast du öfter mal mehr Wind, noch ein Segel um die 6 qm dazu usw.

Ein kleineres Segel würd ich dir am Anfang nicht empfehlen, auch wenn es etwas einfacher im Handling ist. Damit kommst du bei normalem Wind an den bayrischen Seen nicht in Fahrt.

HL - Wolfman
Antwort, 25.03.2009 21:07 von Knacki
Hi,
wenn Du noch am Anfang Deiner Karriere bist, kann ich Wolfman nur zustimmen und Dir vom 125 er abraten. Selbst bei 145 Litern wirst Du wahrscheinlich noch so manchen Wasserkontakt bekommen.
Ein 165 er Brett hat aber wieder das Problem, dass es sehr schnell langweilig wird.
Also ich denke dass so 145 Liter die beste Wahl sind, wenn Du Dich nicht zu schnell von kleinen Rückschlägen abhalten läßt.

Hang Loose
Gerd
Antwort, 26.03.2009 10:34 von Amerigo
Es wäre besser, wenn du vorerst noch Material mieten würdest, bis du für den Rocket 125 (131 Liter) fit bist. Das dauert nämlich nur einige Tage, und dann langweilt dich jedes grössere Board.

Gruss

David
Antwort, 26.03.2009 11:28 von lordofchaos
Servus DOD
bin ja im gleichen Level (sowohl Kampfgewicht wie auch können und region) wie du.
Ich hab mich für 155l + 7,4er Segel entschieden. Wie es damit funktioniert werde ich sehen wenn
das Wetter mich auf den See lässt :D
Antwort, 26.03.2009 11:37 von Wolfman
Sorry David,

das seh ich bei den von DOD angegebenen Revieren - insbesondere bayrische Seen - anders. Da hast du bei moderaten Winden, wie sie meist herrschen, auch als Fortgeschrittener mit 145 Litern gut Spaß (da du mit großen Segeln noch gleiten kannst, diese Brettgröße größere Segel verträgt, trotzdem alle Manöver spritzig gehen usw.). Nicht umsonst fahren viele fortgeschrittene Surfer dort diese Größe und daneben ein sehr viel kleineres Board (auch deutlich kleiner als 125-130 Liter), wenn es mal (eher selten) viel Wind hat. Bei dem Gewicht von DOD gilt das m.E. besonders.

Nicht ohne Überlegung hat sich ja auch lordofchaos sogar 155 Liter zugelegt ... und ich mit fast 20 kg weniger 130-135 Liter - nach nicht überzeugendem Probieren von 15 Litern weniger.

Aber entscheiden mußt du letztlich selber, DOD - schreib uns dann, was es geworden ist und wie deine Erfahrungen (auch später) damit sind ...

HL - Wolfman
Antwort, 26.03.2009 18:21 von JPA
Hi DOD,

Also mein liebligsbrett von den allen ist eindeutig das rrd, weil es sehr schnell wird, und sehr direkt ist, also es reagiert auf kleinste bewegungen. Es ist meiner meinung nach ein gutes brett für sportliche fahrer. ist aber zum lernen sicher nicht so gut. Aber wenn du sagst das du mit viel ehrgeiz ran gehst dann ist das sicher auch zu schaffen.

ein gutmütigeres, und ein brett das mehr fehler verzeiht ist das shark. zum lernen echt super man macht sehr schnelle fortschritte und es ist auch sehr schnell im gleiten. mir persönlich ist es aber schnell zu langweilig gerweorden, spätestens wenn man gut in den schlaufen fährt fehlt einem irgentwann der speed. aber zum lernen ist es echt super.

abraten würde ich von dem lorch, das bin ich zwar nur in 130 litern gefahren, aber es hat mit überhaupt nicht gefallen. sehr träge, gleitet schwer an, und schlecht durch.

so das waren meinte eindrücke zu den brettern.
lg JPA
Antwort, 28.03.2009 11:31 von DOD
Auf Grund diverser Testberichte und euren Radschlägen, wird es wohl ein Tabou Rocket 145 von 08 werden. Muss jetzt nur noch ein günstiges Angebot finden, evtl. auch gebraucht. Werde dann für die Segel und Mastwahl nochmal eure Hilfe in Anspruch nehmen.

Gruß,
DOD
Antwort, 28.03.2009 17:14 von SurfersDreamland
Moin,

Du hast eine ganz gute Wahl mit den Boards auf Deiner Liste.
Wichtig ist das es wirklich so um die 150 Liter hat, und mit den Boards kann man auch mit gesteigerten Fahrkönnen viel Spaß haben. Den Rocket kann ich Dir sehr empfehlen, er ist Fehler verzeihend und auch sehr gut für ambitionierte Surfer.
Hang loose,
www.surfersdreamland.de
Antwort, 28.03.2009 19:12 von Surf-Max
Moin DOD!
Gute Wahl! Es gibt keine eierlegende Wollmilchsau, und wenn du später fit bist und auch bei stärkerem Wind Spaß haben willst, muss halt noch was Kleineres her. Am Gardasee nehme ich z.B. ein 125er bei Ora. Das entspricht deinem 150er, da ich 20 Kilo leichter bin. Bei Vento greife ich zum ~90-Liter-Brett (Eigenbau, genau weiß ich die Literzahl nicht). Und wenns richtig hackt, dann würde ich gern das Waveboard nehmen, aber das hab ich dann nicht dabei. Viel Spaß beim Wiedereinstieg! Ich hab in 35 Jahren keine Pause eingelegt! :-)

Grüße
Max
Antwort, 29.03.2009 21:39 von dudikoff
hang loose dude,
you will do it killa