Antwort, 10.10.2008 19:01 von Wolfman
@jogi: sorry, aber deine Logik kann ich weder rational noch aus meiner Erfahrung her nachvollziehen. Zumindest nicht bei Gleitfahrt, wenn der leichte und der schwere Surfer halbwegs fahren können - und darauf war meine Aussage bezogen. Da spielt weder die "Wackligkeit" eine große Rolle noch der winzige Unterschied beim Lateralschwerpunkt. Und am unteren Ende der Skala kann das Leichtgewicht auch dieselben Segelgrößen fahren wie der schwere Surfer - nur bei weniger Wind - aber diese Frage wolltest du ja ausklammern.
Zu deinem Beispiel: warum du das S-Type 104 nicht mit 4,5 qm fahren kannst, weiß ich nicht - ich kenne das Board selbst nicht und kann die Angabe der Segelrange deshalb nicht einschätzen. Ich (75 kg) kann sowohl mein JP X-Cite Ride 130 (angegeben: 5,5-8,5 qm) als auch das noch größere und viel längere F2 Slalom Comet 315 mit 4,8 qm Segel gut fahren, das JP allerdings mit einer deutlich kleineren als der Serienfinne (die kleinere Finne ist auch für die Kontrollierbarkeit wichtig, nicht nur für die Abstimmung). Ein Problem mit "Verblasen" hab ich nicht festgestellt (und das müßte beim X-Cite Ride eher passieren als beim flacheren und kleineren S-Type ...). Und ein 100 kg Fahrer mit dem S-Type 104 hat natürlich Probleme, sobald er nicht mehr stabil gleiten kann - solange er das kann, sehe ich nicht, warum er keine 9 qm fahren könnte (mit langer Finne - das S-Type ist ja hinten recht breit).
Aber vielleicht haben wir da einfach unterschiedliche Erfahrungen, warum auch immer - das solls geben ...

@tigger: duschreibst, mit zu großen Segeln konntest du keine Höhe mehr machen, mit zu kleinen fast zuviel. Das kann ich mir nicht erklären - vom Segelschwerpunkt müßte es umgekehrt sein (und das ist auch meine Erfahrung).
Abhilfe hat für mich der Wechsel der Finne gebracht. Mit dem X-Cite Ride fahre ich Finnen von 30 cm (bei 4,8 qm) bis 51 cm (bei 8,5 qm und grenzwertigem Wind - reicht der Wind gut zum Gleiten, reicht auch für das 8,5er die 46er Finne, Mast etwas weiter vor). Als ich mal das 4,8er Segel aus Faulheit mit der 46er Finne versucht hab, kam ich kaum zum Strand zurück, weil einfach keine Höhe ging ...
Wenn du mit nem großen Segel keine gute Höhe laufen kannst, könnte das auch daran liegen, dass du einen extrem bauchigen Leichtwindtrimm drin hast. Da geht nicht so viel Höhe, weil der Wind dann den Bauch von der falschen Seite trifft. Müßtest du das Schothorn etwas ziehen...
Was die Auftriebswerte der Boards angeht: die Angaben sind immer Circa-Werte. Beim Bau gibts halt Toleranzen zum Computer-errechneten Auftrieb. Bei einigen Tests wird das überprüft, da sind schon bis +/- 5 % drin (solange dieselbe Form beim Bau verwendet wird und die Materialmengen computergesteuert eingebracht werden, stimmt das dann auch für weitere Boards derselben Baureihe in etwa).

HL Wolfman
Antwort, 10.10.2008 19:04 von jogi1111
Zitat:
Wie kommst du auf die Auftriebswerte der iSonics? Ziehst du das eigengewicht ab? Oder warum sollte der hersteller falsche angaben machen?


Manche Hersteller benennen ihre Boards nur auf den ersten Blick nach dem tatsächlichen Volumen der Boards - und Starboard gehört leider auch dazu. Ich habe mal eine Begründung gehört, sinngemäß: "Das entspricht besser dem gefühlten Volumen" ...
Ganz extrem war es z.B. beim RRD X-FIRE LTD 145 (2008): hatte nur 128 Liter und deren 105er Bruder nur noch 90 Liter :eek:
Für 2006-2008 war wohl nur JP exakt auf den Liter genau mit seinen Angaben :)

Die von mir genannten Volumenangaben sind also die tatsächlich gemessenen Werte - und zwar gemessen von der ISAF (International Sailing Federation), also der Dachorganisation, deren Regeln z.B. auch Bestandteil der DWC Regeln sind; offizieller geht es nicht !


Gruß Jogi
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Die beste Tarnung ist die Wahrheit. Die glaubt einem keiner! (Max Frisch)
Antwort, 10.10.2008 20:04 von jogi1111
Zitat: Zumindest nicht bei Gleitfahrt, wenn der leichte und der schwere Surfer halbwegs fahren können - und darauf war meine Aussage bezogen.


Um zu Gleiten, musst Du erst mal ins Gleiten kommen ;)
Und so lange ist es nun mal kippliger für den Schweren - keine Frage. Und das begrenzt natürlich seine Segelwahl !


Zitat:
Und am unteren Ende der Skala kann das Leichtgewicht auch dieselben Segelgrößen fahren wie der schwere Surfer - nur bei weniger Wind - aber diese Frage wolltest du ja ausklammern.


Wollte ich nicht und habe ich nicht !
Jedes Board wird ab einer bestimmten (hohen) Windstärke einfach unkontrollierbar - da kannst Du die Finne auch noch so klein wählen. Und für einen Leichtgewichtigen setzt dieses Problem der Unkontrollierbarkeit deutlich früher ein, als bei einem Schwergewicht - das sollte bekannt sein ! Und je stärker der Wind, desto kleiner werden die (absoluten und sogar die relativen) Unterschiede in den Segelgrößen, die ein leichter und schwerer Surfer fahren können - auch das ist eine Tatsache. Und jetzt braucht man nur noch 1 und 1 zusammenzählen ...

Zitat:
Zu deinem Beispiel: warum du das S-Type 104 nicht mit 4,5 qm fahren kannst, weiß ich nicht ...Ich (75 kg) kann sowohl mein JP X-Cite Ride 130 (angegeben: 5,5-8,5 qm) als auch das noch größere und viel längere F2 Slalom Comet 315 mit 4,8 qm Segel gut fahren


Wenn ich ein 4.5er fahre, dann bläst es so stark, dass es das Board einfach wegpustet. Das ist auch keine Frage, wie dick oder flach das Brett ist, sondern welche Fläche es hat !

Aber Du hast natürlich Recht: Klar kann ich auch ein 185 Liter Brett mit einem 3.3qm Segelchen fahren - nur eben nicht bei dem Wind, bei dem ich ein 3.3er aufziehen würde ...

Zitat:
das JP allerdings mit einer deutlich kleineren als der Serienfinne ...


Dass die Finne an die Segelgröße angepaßt weren muss, sollte jedem klar sein. Dass man mit entsprechender Finnenwahl auch den Einsatzbereich eines Boards nach oben oder unten etwas ausweiten kann, ist doch auch klar - aber darum geht es hier nicht, denn das kann jeder: ob leicht oder schwer !

Zitat:
Ein Problem mit "Verblasen" hab ich nicht festgestellt ...


Das klappt auch nur bei entsprechendem Wind ;)

Zitat:
Aber vielleicht haben wir da einfach unterschiedliche Erfahrungen, warum auch immer - das solls geben ...


Das denke ich auch :p

Zitat:
@tigger: duschreibst, mit zu großen Segeln konntest du keine Höhe mehr machen, mit zu kleinen fast zuviel. Das kann ich mir nicht erklären ...


Ist aber wohl so. Habe ich auch schon von Profis gehört ...

Zitat:
Was die Auftriebswerte der Boards angeht: die Angaben sind immer Circa-Werte. Beim Bau gibts halt Toleranzen zum Computer-errechneten Auftrieb.


Sorry - aber das ist auch nicht richtig. Du verwechselst Gewicht und Volumen. Das Gewicht eines Boards schwankt auch heute noch bei den von Cobra produzierten Boards (und das ist die grosse Mehrheit) um +/- 5%. Dies liegt an der verwendeten Harzmenge, die man eben nicht so einfach begrenzen kann und am Ende reicht es für die äusseren Lagen dann nicht mehr.

Das Volumen dagegen ist gerade bei Computer gestützt erstellten Formen ganz exakt vorherzuberechnen. Durch den Formenbau unterscheiden sich die Resultate auch in keiner Weise: was dort vorher am Computer designed wurde, kommt auch genau so heraus. Die Angaben der Hersteller orientieren sich eben leider nicht an den bekannten Maßen, sondern eher an Marketing-Aspekten :eek:


Gruß Jogi
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Man kann die Menschen nur von ihren eigenen Meinungen überzeugen. (Charles Tschopp)
Antwort, 13.10.2008 12:55 von Amerigo
Zitat: Ich (75 kg) kann sowohl mein JP X-Cite Ride 130 (angegeben: 5,5-8,5 qm) als auch das noch größere und viel längere F2 Slalom Comet 315 mit 4,8 qm Segel gut fahren


Ich wiege 62Kg. Und ich hab bei 7Bft auch mal ein X-Cite Ride 130 mit 4.2 gefahren. Das Problem dabei: Das Brett fliegt einfach weg. Und das ist doch das Problem, du kannst ein so grosses Brett nicht mehr unten halten, wenn du ein 4.7 oder sowas fahren müsstest.

Darum ist es sinnfrei, auf einem X-Cite Ride 130 ein Segel kleiner als 5.2 zu fahren. Dann müsste nämlich erst mal ein kleineres Brett her.

Gruss

David
Antwort, 15.10.2008 14:58 von Wolfman
@jogi: ich hab Gewicht und Volumen nicht verwechselt. Ich weiß zwar nicht, ob nur die ISAF das Volumen mißt oder auch andere. Definitiv ist die Literzahl in einigen Tests genannt, z.B. meist bei der SURF (die tun so, als ob sie das selbst auslitern, ob das stimmt, weiß ich nicht). Daher hab ich das auch. Ich glaub nicht, dass die Formherstellung bei Surfboards Toleranzen nur im Mikrometerbereich hat wie im Präzisionsmaschinenbau. Deshalb kann die Literzahl des Boards vom am Computer errechneten Auftrieb in der Praxis durchaus abweichen, auch wenn das vom Hersteller nicht beabsichtigt war. Ob es auch vorkommt, dass der Hersteller das absichtlich so macht, weiß ich nicht.

@all: ihr habt sicher recht, dass Boards je nach Größe bei entsprechend starkem Wind (und Welle usw.) nicht mehr fahrbar sind. Das mir selbst das noch nicht so passiert ist, dürfte am meist mangelnden Wind und auch mangelndem Können liegen. Nur: den Zusammenhang dieses Phänomens mit der Feststellung von jogi, dass schwerere Surfer kleinere Segel fahren können sollen als leichtere (bei gleichem Können), sehe ich physikalisch immer noch nicht.

Natürlich ist es richtig, dass ein schwerer Surfer das gleiche Board länger "unten" halten kann als ein leichterer. Nur fährt der schwerere Surfer ja gleichzeitig auch ein größeres Segel. Wenn er dann auch das kleinere Segel nehmen muß, ist der Wind nochmal stärker, so dass auch ihm dann das Board "verblasen" werden kann, obwohl er mehr Gewicht drauf bringt.

Es mag also durchaus zwei Gründe geben für die von den Firmen angegebenen Segelranges: einmal den ausgewogenen Trimm von Board und Segel (also quasi "systembedingt"), zum anderen externe Einflüsse wie das Verblasen.

Mit dem ausgewogenen Trimm hab ich mich zwangsläufig (weil ich meist auf Revieren surfe, wo der Wind sehr unterschiedlich bläst) intensiver beschäftigt. Daher hier noch ein paar Erfahrungen (mit mehreren Boards und Freunden festgestellt):

Die von den Firmen angegebene Segelrange wird oft nochmals unterteilt in eine komfortabel zu surfende und eine halt noch zu surfende Segelrange. Erstere ist natürlich enger als die zweite. Surft man mit der Serienfinne, hat man bei der komfortablen Range und Montage des Mastfußes vorn beim größten und hinten beim kleinsten Wert einen ausgewogenen Trimm. Die Abweichungen verschiedener (einigermaßen passender) Segel, des persönlichen Surfstils usw. sind dabei sehr gering. Bei der "größeren" Segelrange bekommt man beim großen Wert schon eine spürbare Luvgierigkeit, die man aktiv ausgleichen muß (das Segel weiter nach vorn neigen); das Unterliek ist dann oft nicht mehr optimal "zugemacht" auf das Board runter, aber man kann noch vernünftig surfen. Beim kleinsten angegebenen Segel der Range hat man hier eine deutliche Leegierigkeit, das Anluven geht nicht mehr so gut; das Segel weiter nach hinten zu nehmen, wird durch Schothorn und Unterliek begrenzt. Wie es zu der anscheinend beobachteten Luvgierigkeit bei zu kleinen Segeln kommen kann, ist mir physikalisch unerklärbar - vielleicht kann das mal jemand erklären?

Die angegebene Segelrange (die "größere") läßt sich durch den Einsatz größerer oder kleinerer Finnen als der Serienfinne in beide Richtungen mehr oder weniger erweitern.
Nach oben liegt die Begrenzung in der Größe der noch fahrbaren Finnen. Eine Faustregel sagt, dass die Finne nicht größer sein sollte als die Breite des Boards einen Fuß (also gut 30 cm) vor dem Ende. Je nach Board und Fahrer können aber auch noch ein paar cm mehr gehen. Das kann jeder selbst ausprobieren. Eine zu große Finne läßt das Board schnell aufkentern (man muß also sehen, welche Kräfte man auf dem Boardrand stehend noch bändigen kann). Manche Boards werden außerdem auch ansonsten bockig, und die Manövrierbarkeit läßt deutlich nach (weitere Kurven usw.).
Nach unten liegt die Begrenzung in der Gefahr von Spinouts (das Boardende rutscht also plötzlich nach Lee weg). Auch diese Grenze muß jeder für sich feststellen. Neben der Qualität der Finne spielt der persönliche Fahrstil (mehr oder weniger seitlicher Druck) eine große Rolle.

Ich hoffe, diese Hinweise helfen allen etwas, die die Frage der Boardauswahl auch von der Segelrange abhängig machen. Das war auch für mich beim Kauf wichtig, nicht weil ich selbst so oft mit 4,8 qm surfe, sondern weil ich Kinder habe, die mit 3,5 und 4,8 qm surfen müssen - größere Segel bekommen sie noch nicht herausgezogen. In diesem Fall sind übrigens natürlich noch kleinere Finnen möglich als für mich, weil die Kinder (noch) keinerlei Spinoutgefahr haben. Sie haben jetzt einen ausgewogenen Trimm, was fürs Lernen besonders wichtig ist.

HL Wolfman
Antwort, 27.02.2009 19:02 von seaspray
Hallo tigger 1983
Fährst du mittlerweile einen isonic?
Ich habe diesen Beitrag leider erst jetzt gelesen und möchte noch dazugeben der isonic
(115l)ist nicht schlechter bzw. schwieriger zu fahren ist wie der Tabou Rocket 125
Der Rocket kommt etwas früher ins gleiten, halsen lassen sich mit beiden Bretter gut und einfach fahren, bei der Wende muß man bei dem isonic schneller sein, wegen dem geringeren Volumen im vorderen bereich.
Ich habe beide Bretter und fahre bis 8,8qm
Schneller ist der isonic
hang loose
Antwort, 27.02.2009 22:43 von tigger1983
nein ich habe noch keins der bretter, sollte das mit dem saison job klappen, wirds aber denke ich ein 111 isonic. Dachte mir das ding ist eh nur für die schwachen tage, und dann kann man doch mal gasgeben.
wäre dann die pallette:

76l wave
94l Crossover
111l slalom

denke damit habe ich dann alles abgedeckt...
Ich hätte da aber noch ne Segelfrage, ich hab mir jetzt neulich en 7.0 gaastra gtx geholt.
Was wäre für mich die nächste größere Stufe? 8,5 oder 9,0?
das Problem beim 9er ist das ich da ne neue gabel bräuchte :( meine geht nur bis 245...
Antwort, 01.03.2009 17:13 von seaspray
ich fahre mit meinen 80 kg: 7,0 - 8,0 - 8,8 qm
Antwort, 01.03.2009 18:29 von tigger1983
ne soviel kohle hab ich nicht, dann wirds wohl doch en 8,5er, dann hab ich auch keine probleme mit der gabel...