Antwort, 29.09.2007 03:31 von Boddenflitzer
Nabend,
also mal der Reihe nach...
"Erst mal die ganz allgemeinen Fragen zu den verschiedenen Boards... Hab ich das richtig verstanden?
Freestyle: Drehfreudig und kipplig - aber halt zum "spielen" super... somit sollten die also eine schmälere Kontur haben bei gleichem Volumen im Vergleich zum Freeride?
Freeride: Einfacher zu fahren - toll zum gleiten, aber nicht so toll zum "spielen"...
Freemove: Mischung zwischen Freeride und Freestyle. Also von der Kontur dazwischen?"
-> ja, so ungefähr. Jedoch sind Freestyler nicht unbedingt kippelig oder gar schmal, die können schon breiter als Freerider sein, bei gleichem Volumen versteht sich! Naja und einen Freestyler in 130l gibst halt nicht, weswegen die neue Generation der großen Freerider und auch Freemover sehr breit und oft sehr kippstabil ausfällt.
sorry wenn ich dich gleich korrigieren musste ;-)
"Sind da eigentlich auch bei den Fußschlaufen unterschiede? Oder kommt das auf die Marke an oder wie man die Fußschlaufen haben mag?"
-> mit Marke also JP, Starboard etc. hat das nichts zu tun. Freestyler haben sehr oft nur drei Schlaufen, die ziemlich mittig sind. Andere Positionen wirst du meistens vergeblich suchen. Freerider und Freemover haben die meisten Plugpositionen, vor allem Freerideboards für Anfänger ( durch die Möglichkeit die Schlaufen, weiter außen und weiter hinten anzubringen, sind diese Bretter sehr gute komfortable Begleiter für jemanden der, ich sag mal, fortgeschrittener fährt. Diese sind dann auch größer, also so ab 120l.)
Wenn du unbedingt ein kleineres haben willst, so um die 100l dann könntest du auch einen Freemover nehmen, also das klassische Funboard.
Ich empfehle dir dringend, mehrere Bretter zu testen. Du wirst dann sehen welches
zu dir passt. Berücksichtige vor allem dein(e) Homespot(s), also da wo du am meisten aufs Wasser willst.
Vielleicht fällt dann die 100l-Variante ins Wasser, wenn du im Binnenland bei wenig Wind surfen willst. Hier ist es besser du hast ein größeres angleitstarkes Brett und ein kleineres Segel, als einen riesen Lappen auf einem kleinen Brett. (Mistral Explosion 130l und Fanatic Shark auch so in 130l sind durch die Vielzahl an Schlaufenpositionen sehr empfehlenswert)
Wenn du an der windigen Ostsee surfst, vielleicht sogar afm Bodden :-) dann sind 100l OK.
"Dazu würde ich gern noch ein 5,2 oder 5,5 er Segel nehmen... oder meint ihr, dass der Sprung um fast einen qm zu groß ist?"
-> JA zu groß!
-> 5,5qm und ein 4m Mast geht nicht immer.
Egal - ich empfehle dir blind ein 5,2er oder 5,3 (ich bei meinen 75kg und 77lWave /107Freestyle fahre nach meinem 5,5er ein 4,7er) - dann kannste 1qm draufpacken und dir ein 6,3er gönnen. Und vor dem 4,5er kommt ein 4,0er. Die Kraft des Windes steigt bei dessen Zunahme proportional, also werden die Abstände der Segelgrößen nach unten kleiner. Ist einfach komfortablerer! Man kann die Abstände auch größer lassen, so hat man aber öfters mit überpower und unterpower zu tun.
"Was ich bisher an Ausrüstung hab: Neopren, Trapez, Mast 4m - so einen ziemlich leichten, der "dünner" ist als die normalen Masten und ein 4,5er Session Segel von Naish."
Ich hoffe du hast eine Gabel :-)
"Hmmm... und dann noch eine Frage: wäre diese Ausrüstung dann auch Ostseetauglich, oder ist die dann nur am Gardasee zu gebrauchen?"
-> Ostsee ohne Shorebreak und max. 5-6Bft - JA
Ostsee, also auch Bodden - JA, JA, JA
- Ostsee, schöner Shorebreak mit schön Welle 6+Bft - NEEE
Perfekt Wasserstart und 8 oder 9 von 10 Powerhalsen müssen auf Flachwasser locker sitzen. Dann kannste in die Fluten, am besten mit einem kleineren Brett. Bei dir wurde ich
sagen max. 85l, sonst mach es kein Spaß auf dauer.
sorry, bin etwas abgeschweift :-)
"Was würdet ihr mir für ein Brett empfehlen? Mir wurde zu 100L geraten (damit kann ich auch bei zu wenig Wind fahren ohne unterzugehen)."
-> Ich gehe jetzt mal davon aus, das da wo du surfen willst kein Windmangel herscht, also
Gardasee, Ostsee:
Versuch mal die zu testen, und in deine engere Auswahl zu nehmen: Mit diesen Brettern wirst du deine Ziele schnell erreichen und drüber hinaus noch lange Spaß haben.
In dieser Klasse(100- 110l) ist der Unterschied zwischen Freerider und Freemover marginal.
- Fanatic Eagle 100l !! (bei dem kannst du eigentlich nichts verkehrt machen)*
- Hifly Move 108l
- JP X-Cite Ride 100l !! (bei dem kannst du eigentlich nichts verkehrt machen)*
- Mistral Screamer 104l
- RRD Z-Ride 107l
- Tabou Rocket 61 mit 105l
- Tabou 3s 107l oder 97l
- Exocet Cross 106l
- F2 Stoke 105l oder F2 XTC 103l
- Starboard Kombat 107l
-> alle so 2005-2008
-> das waren jetzt ein paar Freerider und Freemover
du kannst auch ein Freestyler versuchen, einige haben ganz gute Freerideeigenschaften und sind sehr komfortabel zu fahren
z.B.:
- Starboard Flare 99 oder 111l
- Tabou Freestyle 110l
- Fanatic Skate 99l oder 110l
- JP Freestyle 100
-> alle so 2005-2008
Wichtig ist das du so viel wie möglich probierst und vergleichst. Du musst dich auf dem Brett wohlfühlen.
* die Frauen die ich getroffen habe und diese Bretter fuhren, vor allem das X-Cite von JP (ist schon seit vielen Jahren richtig gut), waren begeistert. Perfekt zum üben von Powerhalse, kleine Sprüngen, Wasserstart.
adios, und schön locker hängen