28. Mai 2022 - Weissenhaus

28. Mai 2022

Weissenhaus

Nachtrag zu Weissenhaus... Nach langer Surfpause, wegen eines entzündeten Fußgelenks, tut es unglaublich gut, wieder auf dem Wasser zu sein. Die Rettung: Silikoneinlagen in den Surfschuhen, die das Gelenk entlasten (Für den Fall, dass jemand ein ähnliches Problem hat : )

Weißenhaus war besonders an dem Samstag sehr schön. Ein dickes Danke an Diana für die wundervollen Fotos und eine Randnotiz an mich, dass 75 Liter für angefutterte Rettungsringe nicht mehr wirklich ausreichen.

Ein Tag zuvor gab es am Abend noch ein trauriges Erlebnis: Eine Jungmöve, die um ihr Leben kämpfte und immer wieder unter Wasser gezogen wurde, zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich holte sie aus der Brandung. An ihrem Fuß hing, umwickelt mit einer Anglerschnur, eine tote und auch schon halb verweste andere Möve. Vielleicht die Mutter. Wieviel Tage mussten die beiden Möven bereits um ihr Leben gekämpft haben, bis dann die eine aufgibt und die andere unermüdlich weitermacht? Mir ging da auf, wie unerbittlich und brutal so eine Anglerschnur ist, wenn man selbst als Mensch ohnmächtig davor steht und mit bloßen Händen nichts ausrichten kann. Mit viel Geduld konnte die völlig erschöpfte Möve schließlich mit einem Teppichmesser befreit und ihr steif gewordenes Bein wieder beweglich gemacht werden. Was für eine Freude zu sehen, dass sie sich wieder erholte und ihre Fluchtreflexe gaben uns dann die Gewissheit, alles für sie getan zu haben und auch ein bisschen die Hoffnung, dass sie die stürmische Nacht übersteht.

Ein letztes konnte dann doch noch getan werden: Die tote Möve musste zurück ins Wasser, damit sie keine Raubtiere anlockt und die Jungmöve verrät.

Am nächsten Tag galt der erste Blick der tapferen Kämpferin. Sie war nicht mehr da. Am Himmel schwebten stattdessen viele Jungtiere und ich beruhigte mein Herz damit, dass sie eine davon war.


Surfer: Marius Gugg
Fotos: Diana Lohoff

09.06.2022 © Gast  |  34 Kommentare  |  6 Fotos

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34 Kommentare

kiki68  |  9. Juni 2022 10:34
Moin,
wie immer gute Bilder von euch!!!
Danke auch für die andere Geschichte mit der Möve,das war eine sehr gute Tat.
Angelschnüren im Wasser sind echt die Pest,ich habe mich letztes Jahr in Pelze am Leuchtturm in so ein Teil vertüttelt,musste echt sehen wie ich das Teil wieder los werde.
Æloha Gunnar

Gast  |  9. Juni 2022 10:58
Sehr schön Marius, guter Einsatz

Gast  |  9. Juni 2022 10:59
tja, das Problem mit der Wohlstandsplautze, wer hat das nicht :-) Ein paar Kg abnehmen und dann passt die 75 Liter Waveschnitte wieder.

Und das andere Thema, Ocean Cleaning, wenn jeder von uns den Müll den er verursacht mitnimmt, in Mülleimern entsorgt und bei der Ankunft am Spot-Check alles was er an Müll sieht aufsammelt, dann wird unser Natursport für alle Kreaturen lebenswerter, denn was kann nicht konservativ genug sein, wie das Bewahren der Schöpfung und das meine ich gar nicht spleenig- Querdenker - Aluhut - spirituell, sondern aus Eigennutz als Windsurfer.

Schöne Fotos :-) und weiterhin keine Beschwerden mit dem Fußgelenk.

Gast  |  9. Juni 2022 12:14
Tolle Bilder, naturverbundene Surfer mit Tiefgang und eine berührende Story! Weiter so!

Gast  |  9. Juni 2022 13:01
Hab fast geweint. Gewichtszunahme ist ein emotionales Thema.

Gast  |  9. Juni 2022 16:18
Zum Glück nicht die Möwe gefuttert.
*Ironie off

Gast  |  9. Juni 2022 17:12
Wie kann man sich darüber noch lustig machen? Das schaffen nur narzisstische Windsurfer!

Gast  |  9. Juni 2022 18:05
Humor ist wenn man trotzdem lacht :-)

Gast  |  9. Juni 2022 20:28
Hatte auch neulich beim Absteigen auf der Sandbank eine Angelschnur ums Bein gewickelt - am Strand stand sogar noch einer, der wie wild gejubelt hat… Panik!

Gast  |  9. Juni 2022 20:29
gekurbelt
(statt gejubelt… - blöde Autokorrektur)

Gast  |  9. Juni 2022 20:56
Angeln ist eh quatsch. Keine Ahnung warum es auch noch Angelsport heißt..

Gast  |  9. Juni 2022 22:21
Tolle Fotos! Die Einlagen scheinen nicht schlecht zu sein, das Fußgelenk wurde defintiv nicht geschont,:-)

Gast  |  9. Juni 2022 22:22
Hi Marius,
da fährste schon mit der Göttin der Jagd los und dann das...!
Spass beiseite, tolle Action, klasse Bilder (Respekt Diana), sehr schöner Text und auch für das vorbildliche Verhalten gibt es 5 Sterne.
Und natürlich lieben wir Dich auch mit mehr Auftrieb...jetzt mehr denn je...;-)
Greetings
Helga

Gast  |  9. Juni 2022 22:43
Lieben Dank für nette und lustige Kommentare! Humor geht immer : )

Gast  |  9. Juni 2022 22:55
Angeln ist eh Quatsch? Ja, genau wie Windsurfen - nur im Angeln liegt noch ein Sinn,
nämlich Fische zu fangen, im Windsurfen nicht! Also bitte kein Angler-Bashing! Die schmeißen ihre Schnüre ja nicht mit Absicht in die See, genauso wenig wie die Fischer ihre Geisternetze. Angler sind zwar oft etwas merkwürdig - genau wie Windsurfer - aber meist ähnlich naturverbunden. Warum halten sich hier viele Windsurfer eigentlich für was Besseres? Dummheit? Oder hat jemand ne andere Erklärung?

Gast  |  9. Juni 2022 23:08
Ich bin eigentlich super tolerant, aber bei Anglern hört der Spaß auf.

Gast  |  10. Juni 2022 07:24
Wieviel Angelschnur muss ins mehr gelangen, die einem zurückgelassen gebrochenen gleich schaden

Gast  |  10. Juni 2022 08:52
Schaut euch mal den Müll von Windsurfern und Surfern an, der in den Ozeanen schwimmt. Ganz zu schweigen von dem co2 Ausstoß bei den Anreisen. Im Ergebnis ist nur ein toter Wassersportler ein Guter, sofern es kein Schwimmer ist. Also los - masakriert Euch und Eure Mitmenschen nicht nur online :-)

Gast  |  10. Juni 2022 09:02
geiler Surfer und geile Bilder ! Haaaang looooose !

Gast  |  10. Juni 2022 09:08
Gast | 9. Juni 2022 22:55
Angeln ist eh Quatsch? Ja, genau wie Windsurfen - nur im Angeln liegt noch ein Sinn,
nämlich Fische zu fangen.
.... und töten.

Gast  |  10. Juni 2022 09:35
Es ist ein feiner Unterschied, ob man Natur genießt oder tötet. Ich habe auch nie verstanden, was am Töten "Sport" sein soll. Im Leid eines Tieres etwas "sinnvolleres" zu sehen, als im Windsurfen, ist schon etwas grotesk. Und was die "Naturverbundenheit" anbelangt, so wird diese nicht selten in Form von hinterlassenen Müll nach durchzechter Angler-Nacht eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Es kommt sicherlich auch darauf an, wer angelt. Aber die, die mir größtenteils am Strand begegnen, haben es noch nicht geschafft, diesen "Sport" in positives Licht zu hüllen.

Gast  |  10. Juni 2022 09:58
Ich glaube die Windsurfer sollten sich hier mal stark an die eigene Nase fassen und nicht nur fingerpointing auf andere betreiben. Darin sind funsportler heutzutage leider besonder gut.

Ich habe auch schon in Klitte im Naturschutzgebiet Müllhaufen von Windsuferswagenburgen liegen sehen, dass einem schlecht wurde. Ähnliches auf Fehmarn damals in Westermarkelsdorf (kennen die jungen gar nicht mehr, auch die Schranke kommt nicht von ungefähr) und erst recht in Klausdorf ...

Gast  |  10. Juni 2022 10:37
Angeln ist doch wirklich uncool.
Nerds die bei ihren Eltern leben.

Grüße
Ein kiter von Fehmarn

Gast  |  10. Juni 2022 11:42
Ist das hier jetzt ein Forum für geschlechtsamputierte Kiter :-)

Gast  |  10. Juni 2022 12:03
Gibt es eigentlich angelnde Kiter?

Gast  |  10. Juni 2022 12:19
Ich kenne so manch angelnden Kiter in Kiel, auf Fehmarn, in Hamburg. Mich eingeschlossen auch so manch angelnden Windsurfer. Aber seit Jahrzehnten nicht mehr brandungsangelnd, da dabei wirklich häufiger was abreißt und kleine Fische vernagelt werden. Wie bei Allem, Differenzieren schadet nicht. Auch nicht alle Windsurfer verdingen sich in den Büschen. Die mit den Womos kacken in ihre Toilette meist

Gast  |  10. Juni 2022 14:00
irgendwie scheinen Fische für viele minderwertige Lebewesen zu sein, anders kann ich mir das brutale Vorgehen in einer Sportart gegen diese auch nicht erklären.
Wenn man sich vorstellt, dass man als Hobby/ Sport bspw. Rehe an einem Harken im Maul hängend aus dem Wald zieht und dann mit einem Knüppel auf sie einschlägt...

Es gibt doch bestimt sanftere Fang- und Tötungsmethoden, wenn Angeln schon ein Sport sein will.
Oder Würmer auf den Angelharken spießen, wenn ein Schüler in der Schule Würmer bspw. auf eine Büroklammer spießen würde, will ich nicht wissen, was die Konsequenzen wären.
Nachmittags beim Angelsport ist das gleiche Vorgehen dann ok.

Gast  |  10. Juni 2022 23:19
Differenzieren ist immer gut. Und da mache ich gerne einen Unterschied zwischen der Notwendigkeit einen Fisch zu angeln und einem Hype mitsamt "Sport-Töten".

Gast  |  11. Juni 2022 07:02
Hauptsache der naturverbundene Surfer, der sich jedes Jahr den neusten Stuff gönnt, geht nach der Session in den Discounter und holt sich ne Packung Fischstäbchen für 1€ aus Fisch von unethischen Fischzuchten oder von riesen Kuttern, die um den Polarkreis den Meeresboden kaputt pflügen, wo Tiere als Beifang sterben, die mit den Fischstäbchen nix zu tun haben ...
Sorry, dann fahr ich lieber mit dem Rad zum Wasser und fang mir meinen Fisch selbst und bereite den Fischwaidgerecht zu und surfen meinen Stuff, der schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.
Amen !

Gast  |  11. Juni 2022 09:08
Unter "Angeln" verstehe ich, den Fisch dann auch zu essen, den man fängt,
"Sportangeln" finde ich tatsächlich auch bischen pervers, insofern ist macher Vergleich hier etwas schräg.

Gast  |  13. Juni 2022 10:42
4,5 und 75 Liter, wie stark pfiff der "blanke Hans"? Schätze ordentlich.

Super Bilder , super Story.

Müll im Meer ist grundsätzlich "Müll". Basta.

und zu 7.02 h: er schmeißt es doch nicht nach der Saison weg, sondern es wird an einen sich freuenden Dritten weiterverkauft :)....

Sorry, zum Angeln habe ich keinen Kommentar ;).

Gast  |  13. Juni 2022 15:36
Schon der Wahninn, was so ein Nordsurfer an Plastik und Basisplastik (Öl=Sprit) für sein Hobby verballert.
Man sieht glatt einige mit Windsurfstuff, Foilstuff, Wingstuff, SUP, Wellenreitet, Kite usw.
Ist das noch das, was es einmal war und wo bleibt der ganze Schrott in 10 Jahren?
Angelschnüre gehören nichts ins Meer, wiegen aber pro Angler gerade ein paar Hundert Gramm max. in 10 Jahren gegenüber zig Zehnkilo über Windsurfer.
Auch in interessanter Vergleich

Gast  |  14. Juni 2022 09:28
Also wirklich.
1,00€ für ne Packung Fischstäbchen stimmt doch garnicht!
Das ist unrealistisch oder der Beitrag wurde 1989 geschrieben....

Gast  |  15. Juni 2022 11:08
Die Frage ist natürlich wieviel zig zehn Kilo Fisch vernagelt der Angler und wieviel der Windsurfer? Und ist es dann besser wenn der Fisch bei Gosch auf Sylt gegessen, selbst geangelt oder via Lidl/Aldi/Penny/Netto etc Fischstäbchen auf dem Teller landet?
Wieviel Board-Lackabrieb landet eigentlich im Meer?
Wieviel Antibiotikaverseuchte-Surfer-Pipi? (Beim Angeln bleibt das ja meist innerhalb der Wathose - Pluspunkt!)

Blablabla...

Sein eigenes Handeln zu hinterfragen ist schonmal ein Anfang. Ernähre mich persönlich vegetarisch, fahre ein 10 Jahres altes Waveboard, täglich mit dem Rad zur Arbeit. Die letzte Flugreise ist 15 Jahre her. Habe aber letztens einen Tagestrip nach Klitmöller gemacht. Und jetzt? Rechnet mir jetzt bitte einmal jemand aus ob das ökologisch mit meinem Lebenstil vereinbar war?



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