Die Arkona war an der Suche beteiligt.
Die Arkona war an der Suche beteiligt.

Seenotretter retten Regattateilnehmer

Update vom 10.08. zur Rettungsaktion bei der „Baltic Crossing Challenge“.

Die „Baltic Crossing Challenge“ ist als Langstreckenregatta vom dänischen Gedser zum rund 48 Kilometer entfernten Warnemünde ein Teil der diesjährigen "Hanse Sail". Ein teilnehmender Windsurfer wurde den Seenotrettern der DGzRS am 7. August 2026 gegen 13:15 Uhr als überfällig gemeldet.

Laut einer Medieninformtion der Hanse Sail vom 7. August, die auch am Samstag, 8. August 2026 als Artikel auf der Hanse-Sail-Website abrufbar war, sind jedoch alle 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wohlbehalten an der Surfschule unterhalb des Neptun-Hotels angekommen "und wurden von Familie und Freunden jubelnd begrüßt."

Wenn alle angekommen sind, wer wurde dann gerettet?
Ein Rechercheanruf bei der Pressestelle der Hanse Sail sollte Klarheit bringen: Es war dort zunächst davon ausgegangen worden, dass alle Teilnehmenden angekommen waren. Dem war aber nicht so. Die Pressestelle der Hanse Sail sah am Samstag keinen Anlass, die öffentlich gemachten Informationen über die reguläre Ankunft aller 18 Teilnehmenden am Zielort zu korrigieren. Alle Teilnehmer waren mit Live-Trackern ausgestattet.

Update 10.08.2026:
Der Gerettete, ein erfahrener Windsurfer, Bootsgutachter und Bootsführer, hat im Gespräch mit DAILY DOSE dargelegt, wie es aus seiner Sicht zu der Notsituation kommen konnte. Er konnte mit seinem 7,8er Cambersegel und seinem Starboard Futura mit 138 Litern Volumen den tiefen Downwind-Kurs der Gruppe aus Wingfoilern, Kitern und Windsurfern nicht halten und fuhr deshalb einen höheren Kurs. Dadurch entfernte er sich zunehmend nach Luv von der Gruppe. Gleichzeitig wollte er sich nicht auf das Board setzen und bereits an dieser Stelle auf Hilfe warten, da er die Gefahr sah, ohne Radarreflektor ins Verkehrstrennungsgebiet mit regem Schiffsverkehr zu treiben.

Er geriet 13 Kilometer nordwestlich vor Warnemünde in ein Gebiet mit zwei Meter hoher Welle bei sehr kurzem Wellenabstand. Sein Plan, sich auf dem Board sitzend aus dieser Zone treiben zu lassen, schlug fehl. Nach einer Stunde Wartezeit, in der sich seine Position laut mitgeführtem GPS aufgrund einer Gegenströmung Richtung Luv nicht änderte, rief er seine Tochter an, um seine Rettung in Gang zu setzen. Diese war zu diesem Zeitpunkt schon gestartet worden. Alle anderen Teilnehmer waren inzwischen angekommen. Als er gefunden wurde, hatte er nach eigenen Angaben eine durch die Retter festgestellte Körpertemperatur von 34°C.

Der Gerettete macht der Regattaleitung keinen Vorwurf. Vielmehr sei es die Frage, wann man selber entscheide, wann es nicht mehr weiter ginge.

Kathrin Borgwardt von der Baltic Crossing Challenge ist es wichtig zu kommunizieren, dass die Regattaleitung den Fall seit Beginn der Regatta kannte. Sie führt an, dass der später Gerettete bereits zu Beginn nicht mit dem Startboot und der Gruppe aufgrund des Kurses mithalten konnte. Den Regattaverband habe der Gerettete in eigenem Ermessen verlassen. Er habe eigenständig die Route geändert, ohne die Regattaleitung davon zu informieren. Nach Ankunft der übrigen Teilnehmer sei die Seenotrettung aktiviert worden.


Die Rettung
Zum Alarmierungszeitpunkt war laut DGzRS unklar, wo sich der Windsurfer befindet. An der Suche beteiligten sich neben dem Seenotrettungskreuzer Arkona unter anderem das Küstenstreifenboot „Warnow“ der Wasserschutzpolizeiinspektion Rostock, der Hochseebergungsschlepper „Baltic“ des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) und das Forschungsschiff „Elisabeth M. Borgese“ des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW).

Die Hafenmeister in Warnemünde gaben laut DGzRS den Hinweis auf die von den Teilnehmern der Regatta mitgeführten Tracker, durch die die Position schließlich bestimmt werden konnte.

Der 57-Jährige wurde 13 Kilometer nordwestlich von Warnemünde entkräftet bei bis zu zwei Meter Seegang gefunden. Der Mann wurde vom Tochterboot der Arkona aufgenommen. Die Besatzungen der Warnow und Baltic kümmerten sich um das Windsurfmaterial. Der Gerettete wurde an Bord der Arkona von der freiwilligen Seenotärztin versorgt und an Land einem Rettungswagen übergeben.

10.08.2026 © DAILY DOSE  |  Text: Christian Tillmanns  |  Fotos/Grafiken: Die Seenotretter - DGzRS / Casio  |  Translation: EN