German Freestyle Battles
Spontanität bleibt das oberste Gebot
Die German Freestyle Battles durften auch beim diesjährigen Surf-Festival auf der Insel Fehmarn ihre Präsenz zeigen und verbuchten mit neun Fahrerinnen ein so großes Frauenfeld wie nie zuvor, aber auch bei den Herren gaben sich 28 Battler die Ehre.
Mit Vorfreude wurde auf den Samstag des Events gebaut, das erste Battle des Jahres und der Dänische Wetterdienst prognostizierte gleich Wind für 4,4 m2 oder 4,8 m2.
Dass Südwestwind mit Schauern nicht die stabilste Wetterlage auf der Sonneninsel ist, wurde allen Teilnehmenden schnell klar. Stehen und Fahren wechseln sich sonst nur so häufig an der Ampel einer vielbefahrenen Kreuzung ab.
Meiky Wieczorek, der mit jedem Neustart seines Heats von der Pagode seines Sponsors bis zum Zelt der Battles joggte, füllte an diesem Tag sicherlich genug Kilometer für einen Halbmarathon.
Nach andauerndem An- und Abpfiff und einem Zeitfenster, welches immer enger wurde, sollten wenigstens die Damen die Möglichkeit bekommen, ein Ergebnis einzufahren. Aber auch das gestaltete sich schwieriger als erwartet. Insgesamt konnten leider nur zwei von neun Heats ausgefahren werden. Schade, denn das Fahrerfeld der Damen war in diesem Jahr wirklich prestigeträchtig. Angefangen bei den Newcomerinnen Anneke Jaap, Bijou Shahmirian, Maike Mittelbach und Nadia Jablonski. Auch Linda Mankova aus Slowenien komplettierte neben Vize-Wave-Weltmeisterin Lina Erpenstein, GFB-Siegerin Elena Dominik, Maike Lang und Lina Schmied die Damenflotte.
Am Abend sollte um 18:00 schließlich ein Tow-In Battle ausgefahren werden, allerdings kam der Anruf von Marc Hollenbach, der auf dem Tow-In Boot in Position saß, ziemlich ernüchternd: “Ich glaube, hier wird sich keiner hinten dran hängen, Niclas Nebelung gleitet auf 4,8 durchgehend.”
Um 17:55 musste dann eine Entscheidung getroffen werden: Tow-In, Supersession oder doch Super-X?
Nach kurzer Rücksprache mit den Ridern, einem Telefonat zum Boot und zwei Minuten vor Beginn der Show war klar, dass es ein neues Format wird: Super-X!
Improvisiert und adaptiert, gab es einen Le-Mans-Start, gefolgt von einem Manöver, welches frei gewählt werden durfte, einer Halse um das Boot und auf dem Schlag in Richtung Strand musste noch ein Manöver gezeigt werden, um dann den Zieleinlauf zu starten.
In zwei spannenden und sehr unterhaltsamen Rennen war klar, dass Lennart Neubauer nicht umsonst aktuell als bester Freestyler gehandelt wird, mit unfassbarer Power und Energie pumpte er den ersten Schlag und dann fast durchgehend zum Sieg.
Foivos Tsoupras, der sich von seinem Sponsor noch schnell ein 5,2er Segel organisierte, kam als zweiter trotz manipulierter Mastfußposition durch Lennart ins Ziel. Dritter wurde Niclas Nebelung.
Das zweite Rennen wurde ebenfalls klar von Lennart dominiert, nur konnten sich jeweils Niclas Nebelung und Sebastian Gux den zweiten respektive dritten Platz sichern.
Nach drei Rennen verblieben noch zehn Minuten im eng gesteckten Festival-Zeitplan und es konnte mit den letzten Böen des Abends noch ein Heat mit dem Ziel “Best-Trick” gefahren werden. Foivos Tsoupras sicherte sich den dritten Platz mit einer Lazy Susan. Der Wahl-Kieler Sebastian Gux erkämpfte sich mit einem wirklich sauber gesprungenen no-handed Burner den zweiten Platz.
Der erste Platz ging an den Freestyle-Weltmeister Lennart Neubauer, welcher die Judges mit einem perfekt ausgeführten double Shaka zur höchsten Punktzahl greifen ließ.
20.05.2026 © DAILY DOSE | Text: GFB / Loris Vietoris | Fotos/Grafiken: Cynthia David, Joern Pollex | Translation: EN