Spannender Showdown in Teahupo'o: Kelly Slater gut in Form
Der 54-jährige Slater ist mit einer Wildcard erfolgreich bei der Outerknown Tahiti Pro am Start. Für die Wildcard gab es Kritik, zu der sich Slater äußerte.
Kelly Slater ist 54 und ist immer noch in weltmeisterlicher Form. Bei der aktuell laufenden Outerknown Tahiti Pro Presented by I-SEA geht es in Teahupo’o vor Tahiti um die besten Wellenritte.
Slater tritt bei dieser WSL-Veranstaltung mit der Marke Outerknown auch als Sponsor auf und bekam per Wildcard einen Startplatz. Das schürte Kritik.
Slater: »Natürlich sehe ich die Kommentare – viele Leute zweifeln an mir oder sagen, man hätte die Wildcard einem Einheimischen geben sollen, und ich verstehe, warum die Leute das sagen. Ohne Druck gibt es keine Diamanten. Das hat mich angespornt, und selbst nach all der Zeit habe ich noch etwas zu beweisen. Ich muss rausgehen und zeigen, dass sie an den Richtigen gegangen ist. Ich glaube, ich kann [diesen Wettbewerb gewinnen]. Ich glaube, ich kann es. Ich glaube, ich kann es. Ich glaube, ich kann es.«
Seine Wildcard ehrte der nur noch sporadisch im Wettkampf aktive 11-fache Weltmeister unter diesem Druck bisher gebührend. Unter anderem schlug Slater in Runde zwei den dreifachen Weltmeister Gabriel Medina aus Brasilien.
Es ist in elf Begegnungen erst der dritte Sieg Slaters gegen Medina. Slaters Heat-Gesamtpunktzahl ist seine persönliche Bestleistung seit seinem letzten Sieg in Teahupo’o im Jahr 2016.
Slater kämpft nicht um den Weltmeistertitel. Im K.O.-System ist es aus diesem Grund für Top-Fahrer wie Medina besonders unangenehm, so früh im Wettkampf auszuscheiden.
Slater: »Jeder weiß, dass Gabe in letzter Zeit viel durchgemacht hat – Höhen und Tiefen. Wir sind gute Freunde geworden, und ich schätze sein Surfen und seine Karriere sehr. Es ist hart, den ganzen Weg hierher zu kommen und dann gegen jemanden zu verlieren, der nicht im Titelrennen steht. Ich bin jetzt auf der anderen Seite, daher kenne ich all diese Gefühle: die Strapazen des Reisens, die Trennung von der Familie. Eine Niederlage ist einfach nur ätzend. Das war ein sehr emotionaler Heat. Ich hätte danach fast angefangen zu weinen.«
In seinem nächsten Heat geht es für Slater um den Einzug ins Viertelfinale. In der dritten Runde trifft Slater auf den zweifachen Event-Sieger, den Titelverteidiger und olympischen Silbermedaillengewinner Jack Robinson (AUS). Das wird spannend, denn trotz allen Mitgefühls für die Gegner will Slater natürlich eins: den Sieg.
11.08.2026 © DAILY DOSE | Text: Christian Tillmanns, WSL | Fotos/Grafiken: WSL / Hannah Anderson, WSL / Matt Dunbar | Translation: EN